Zurück 21 Sep 2022 · 8 min lesezeit
von Hanna Eggebrecht

Intrinsische Motivation wird an vielen Stellen sehr unterschiedlich definiert. Fehlende intrinsische Motivation kann zum Beispiel bei Depressionen eine Rolle spielen. Mach hier einen wissenschaftlich fundierten Selbsttest und finde heraus, ob du Anzeichen einer Depression zeigen könntest.

Was bedeutet intrinsisch?

Doch was bedeutet "intrinsisch" bzw. intrinsische Motivation nun eigentlich? Die ursprüngliche “intrinsisch”- Bedeutung kommt aus dem Lateinischen (intrinsecus) und bedeutet so viel wie “nach innen” oder “hineinwärts”. In unserem (heutigen) Sprachgebrauch meint intrinsisch “von innen kommend”. Eng im Zusammenhang mit intrinsischem Verhalten steht auch das sogenannte “Flow”- Erleben.

Intrinsisch motiviert zu sein bedeutet also, dass man durch eine “unbestimmte” innere Kraft, die aus einem selbst kommt, angetrieben ist, etwas zu tun.

Extrinsische vs. Intrinsische Motivationsfaktoren

Intrinsische Motivation: Was ist das?

Die Definition für intrinsische Motivation ist, wie oben beschrieben, an vielen Stellen sehr komplex oder sogar unterschiedlich. Intrinsische Motivation ist innerhalb der Psychologie eine Begrifflichkeit, die einen Zustand des Antriebs (also der Motivation) beschreibt, welcher nicht durch äußere Anreize bestimmt wird (denn das wäre extrinsisch, wie Geld).

Vielmehr entsteht die Motivation etwas zu tun, während man es bereits tut oder weil man auf das Tun an sich Lust hat. Eine intrinsisch motivierte Tätigkeit erfolgt also um ihrer selbst Willen und ist nicht nur Mittel zum Zweck. Es geht bei intrinsischer Motivation dementsprechend nicht primär um das Erreichen eines Zieles. 

“Intrinsische Motivation heißt, dass es eine Tätigkeit oder Aufgabe selbst ist, die uns antreibt, weil wir sie gerne erledigen oder das Thema uns interessiert.” - Psychologie Heute

Wer intrinsisch motiviert ist, gerät häufig auch in einen Zustand des “Flows”, das heißt, man tut eine Sache um ihrer selbst Willen und geht ganz und gar in ihr auf. Aus diesem Grund hängen Flow und intrinsische Motivation eng mit dem Gefühl von Lebensfreude zusammen. 

Intrinsische Motivation: Beispiel

Ein sehr gutes Beispiel für intrinsische Motivation oder intrinsisches Verhalten ist

  • Kreativität: Man malt ein Bild, weil es Spaß macht, dieses Bild anzufertigen und sich im Prozess des Malens sogar verlieren zu können (Zeit und Raum zu vergessen) aber nicht nur, weil man das Bild verkaufen oder vorzeigen werden wird.

Im Job intrinsisch motiviert 

Charakteristisch für das sogenannte “Flow”- Erleben, welches häufig eintritt, wenn man intrinsisch motivierten Aufgaben nachgeht, sind in der Psychologie

  • dass die Aufgabe weder zu schwer noch zu leicht ist (Über- bzw. Unterforderung)
  • dass man in der Aufgabe konzentriert und selbstvergessen aufgeht und
  • dass man sich durch die Aufgabe selbstbestimmt erlebt und sie nicht aufgrund äußerer Anreize ausführt (Autonomie fördernd).

Nicht nur im Job, sondern auch im Alltag stehen bei Motivationspsycholog*innen und Forscher*innen drei Faktoren im Fokus, von denen man glaubt, dass sie uns antreiben bzw. motivieren, etwas zu tun:

  • das Bedürfnis, Leistung zu zeigen
  • das Bedürfnis nach Macht
  • das Bedürfnis nach Nähe zu anderen Personen. 

Was uns aber im Job oder auch in der Schule oder der Ausbildung lähmen kann und somit auch die intrinsische Motivation unzugänglich macht, ist die Versagensangst. Generell Angst und im Besonderen die Angst, etwas nicht richtig zu machen, nicht gut genug zu sein oder nicht zu schaffen stellt ein großes Hindernis für intrinsische Motivation dar. Mach hier den wissenschaftlich fundierten Selbsttest und finde heraus, ob du Anzeichen für eine Angststörung zeigen könntest. 

Ist man im “Flow”, spricht man in der Psychologie auch vom “optimalen Aktivierungsniveau”, auf dem man sich befindet, da die Aufgabe perfekt zu den eigenen Kompetenzen passt. Daraus folgt, dass Personen besonders gute Ergebnisse in ihrem Beruf erzielen, wenn sie intrinsisch motiviert sind; das heißt, dass ihnen ihre Tätigkeit neben dem Verdienst auch Spaß macht und sie ein persönliches Interesse am Voranbringen der (unternehmerischen) Ziele haben. Wie man mit Dankbarkeit in den Flow Zustand kommt, kannst du in unserem Beitrag zum Thema “Dankbarkeit” lesen.

Vorteile: Was bringt mir intrinsische Motivation?

Abgesehen von besseren Ergebnissen bei der Arbeit kann intrinsische Motivation viele Vorteile im alltäglichen Leben haben, sodass es sich lohnt, einmal zu hinterfragen, welche Faktoren dich bei deinen Tätigkeiten motivieren. Einige Vorteile davon, intrinsisch motiviert zu sein sind:

  • Neugier: Sobald wir uns für etwas interessieren, spornt das natürlich auch unsere (intrinsische) Motivation an. Neue Herausforderungen machen uns neugierig. Im besten Fall sind wir mit persönlichem Interesse dabei und somit fast automatisch intrinsisch motiviert. Der Konterpart hierzu ist die Prokrastination, bei der wir Aufgaben bis zum Schluss vor uns herschieben. 
  • Selbstwirksamkeit: Die Selbstwirksamkeit (self-efficacy) ist in der Psychologie das Gefühl, was man empfindet, wenn man durch das eigene Zutun etwas geschafft hat oder davon überzeugt ist, durch eigenen Aufwand etwas schaffen zu können. Bei intrinsisch motivierten Tätigkeiten kann sich die Selbstwirksamkeit steigern. Achtung: Selbstwert und Selbstwirksamkeit sind nicht dasselbe, hängen aber eng zusammen.
  • Bessere Leistungen: Wer intrinsisch motiviert lernt, arbeitet oder seinen Hobbys nachgeht, zeigt messbar bessere Leistungen als jemand, der*die extrinsisch motiviert wird.
  • Kreativität: Wie oben bereits im Malbeispiel beschrieben wurde, ist intrinsische Motivation ein sehr entscheidender Faktor bei kreativen Prozessen. Dazu zählt zum Beispiel auch das Musizieren, Tanzen, Basteln, Töpfern, Sport … 
  • Stressabbau: Wer schon einmal in den Zustand des “Flows” gekommen ist, weiß, dass man sich danach meist ausgeglichener fühlt. Das liegt daran, dass wir bei intrinsisch motivierten Tätigkeiten oft Stress abbauen. Denn nach zwei Stunden konzentrierten Arbeitens kann man sich beim Anblick des Ergebnisses erfüllt und zufrieden fühlen.
  • Zugehörigkeit bzw. das Gefühl des Dazugehörens und Loyalität kann die intrinsische Motivation erhöhen. Ein einfaches Beispiel ist das Arbeiten im Team: Wenn alle an einem Strang ziehen oder ein Projekt zusammen erarbeiten müssen, kann schon allein die Beteiligung der anderen Personen uns intrinsisch motivieren. 
  • Problemlösen kann die intrinsische Motivation erhöhen, da man sich bewusst gedanklich mit einem Sachverhalt auseinandersetzt und möglicherweise (hoffentlich) auch an einer Lösung interessiert ist. Das führt dazu, dass wir uns intensiv gedanklich damit beschäftigen und schon sind wir im intrinsischen (Flow) Zustand. Außerdem stärkt das unsere Problemlösekompetenz

Extrinsisch vs. Intrinsisch: Psychologie

Extrinsische und intrinsische Tätigkeiten schließen sich nicht gegenseitig aus. Beide können nebeneinander vorkommen. Jemand kann einen Beruf wählen, weil dieser ihm*ihr Spaß macht und er*sie daran interessiert ist aber auch, weil er*sie dafür bezahlt wird.

Oft wird intrinsische Motivation mit dem gleichgesetzt, was “aus einer Person” herauskommt. Das ist allerdings nicht ganz richtig, da sich auch extrinsische Motivation auf die Person selbst bezieht. Es geht bei beiden Formen eher um das (äußere) Objekt, welches das Ziel der Motivation ist. Zum Beispiel kann man extrinsisch motiviert sein, ein Bild zu malen, weil man dafür Geld bekommt oder aber intrinsisch motiviert sein, weil es Spaß macht zu malen.

Bei intrinsischer Motivation geht es im Gegensatz zu extrinsischer Motivation um

  • die interne Prozessmotivation (etwas um seiner selbst willen tun)
  • internes Selbstverständnis (etwas tun, weil es zum persönlichen Werte- und Selbstkonzept gehört)

Doch was passiert, wenn man intrinsisch motiviert eine Aufgabe erledigt bzw. getan hat und nun (extrinsisch) dafür belohnt wird, indem man z.B. Geld erhält? In der Psychologie nennt man das Overjustification. Im Video wird dieser Begriff ebenfalls erklärt. Es bedeutet schlicht, dass der Effekt der intrinsischen Motivation durch einen extrinsischen nachträglichen Anreiz zunichtegemacht werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt wird man die gleiche Aufgabe dann vielleicht sogar nur noch mit extrinsischer Motivation erledigen wollen.

Intrinsisch motiviert mit Selfapy

Besonders bei Depressionen mangelt es den betroffenen Personen häufig an Antrieb und (intrinsischer) Motivation. Sie können sich morgens vielleicht gar nicht aus dem Bett aufraffen, um zur Arbeit zu gehen oder verlieren ihre Hobbys und Freud*innen aus dem Auge. Selfapy bietet wissenschaftlich fundierte Online- Kurse zur durch Studien belegten wirksamen Selbsthilfe bei Depressionen an. Die Kosten der App auf Rezept werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Im von Psycholog*innen entwickelten Online- Kurs lernst du in 12 Lektionen mit Techniken der Verhaltenstherapie, deine Gedanken und Gefühle zu beobachten und leichter mit ihnen umzugehen. 

Blick in den Kurs: Lektion 3 

Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation kommt in der dritten Lektion des Kurses bei Depressionen von Selfapy zum Tragen. Dort heißt die Lektion “Kraftquellen”. Hier bekommst du einen Auszug aus dem Kurs.

Kraftquellen sind Hilfsmittel, die uns zur Verfügung stehen, um das Leben besser meistern zu können und uns wohlzufühlen. Ganz allgemein unterscheiden wir dabei zwischen inneren und äußeren Kraftquellen:

  • Innere Kraftquellen sind deine Stärken, deine Fähigkeiten, Ziele, Träume, Einstellungen, Wertvorstellungen und Interessen– also all das, was dich und deine Persönlichkeit ausmacht. Auch Optimismus, Selbstvertrauen oder Religiosität können innere Ressourcen sein.
  • Äußere Kraftquellen sind alle natürlichen oder sozialen Hilfsmittel in unserer Umwelt – also alle Personen, Beziehungen und Aktivitäten, die sich positiv auf dein Leben auswirken.”

Bei Depressionen sind diese Kraftquellen mitunter beschädigt, verloren oder verschüttet. Im Selfapy Kurs lernst du, wie du diese Kraftquellen (und deine intrinsische Motivation) wiederfindest und reaktivierst. Beantworte diesen zweiminütigen Fragebogen und erfahre sofort, ob die Kurse von Selfapy zu deinen Bedürfnissen passen.

Alternativ kannst du auch hier ein kostenloses Infogespräch mit einer*m unserer Psycholog*innen buchen und dich beraten lassen. 

Ein Artikel von

Hanna Eggebrecht Redakteurin · B. Sc. Psychologie

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