Zurück 17 Aug 2022 · 7 min lesezeit
von Felicitas Eva Lindner

Wenn du unter einer psychischen Erkrankung leidest, können die Online-Kurse von Selfapy ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Unser Fragebogen gibt dir eine erste Einschätzung, ob die Kurse für dich in Frage kommen. Außerdem kannst du einen Termin für ein kostenfreies Infogespräch mit unseren Psycholog*innen vereinbaren.

In Deutschland leiden rund 20 Millionen Menschen unter einer psychischen Erkrankung. Nur ein Bruchteil von ihnen bekommt die Hilfe, die benötigt wird und viele erst viel zu spät. Im Durchschnitt warten Betroffene drei Monate auf einen geeigneten Psychotherapieplatz. Selfapy will dieser Versorgungslücke entgegenwirken und bietet als App auf Rezept psychologische Unterstützung durch Online-Kurse an.

Was ist eine App auf Rezept?

2019 wurde mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz der Weg für so genannte Gesundheits-Apps auf Rezept geebnet. Das bedeutet, mit einer Diagnose und einer Verschreibung durch medizinisches oder psychotherapeutisches Fachpersonal übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Apps auf Rezept. Aber was ist das eigentlich, eine App auf Rezept?

Digitale Gesundheitsanwendungen spielen in der Medizin eine immer größere Rolle. Vor allem durch die Corona-Pandemie haben sie an Relevanz gewonnen und die Digitalisierung in der Medizin vorangetrieben. Digitale Gesundheitsanwendungen können in ganz unterschiedlichen Fachgebieten eingesetzt werden: Die könnten Patient*innen dabei unterstützen, regelmäßig Medikamente einzunehmen, ihre Migräne in Zaum zu halten oder eben auch bei psychischen Belastungen helfen, so wie Selfapy. Was eine Diga zu einer Diga macht: Die medizinische Leistung muss durch die digitale Anwendung vollbracht werden, nicht durch einen Menschen. Außerdem muss die App von Patient*innen und medizinischem Fachpersonal gleichermaßen verwendet werden. Auch müssen die Apps eine Genesungsleistung erbringen. Apps, die rein der Gesundheitsprävention dienen, zählen nicht zu den digitalen Gesundheitsanwendungen.

Welche Digas werden zugelassen?

Damit eine Anwendung als Diga zugelassen wird, muss sie ein strenges Prüfungsverfahren des BfARMs, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte durchlaufen. So soll sichergestellt werden, dass die Anwendungen einen nachweisbaren medizinischen Nutzen haben. Die Anwendungen müssen zur Aufnahme ins Diga-Verzeichnis eine CE-Zertifizierung haben, zudem müssen Anforderungen zum Nutzen, zur Datensicherheit und zur Funktionalität erfüllt werden. Das BfARM hat eine Liste aller Digas veröffentlicht, die laufend aktualisiert und vervollständigt wird. Die Auflistung enthält zudem eine detaillierte Beschreibung und Informationen zu jeder Anwendung.

Digitale Gesundheitsanwendung versus frei verfügbare App

Der große Unterschied zwischen einer auf Rezept erhältlichen Diga und einer frei erhältlichen App, sind die Anforderungen und Prüfungskriterien. Alle digitalen Gesundheitsanwendungen müssen das Prüfverfahren des BfARM durchlaufen und den folgenden drei Faktoren standhalten können. In der Regel müssen alle vorläufig aufgenommenen digitalen Gesundheitsanwendungen eine Testphase von einem Jahr durchlaufen. Wenn alle im Folgenden beschriebenen Faktoren nach diesem Jahr nachweislich vorhanden sind, werden die Apps auf Rezept vollständig in das Diga Verzeichnis aufgenommen.

  • Datenschutz und Nutzer*innenfreundlichkeit: Digas müssen anders als andere Gesundheits- oder auch Fitness-Apps besondere Datenschutzanforderungen erfüllen. Daten dürfen nicht für Werbezwecke an dritte Parteien weitergegeben werden. Auch eine einfache Bedienung und Datensicherheit müssen sichergestellt sein.
  • Risikoausschluss: Ein weiteres Kriterium für die Zulassung als Diga ist der Risikoausschluss. Das bedeutet, durch die Nutzung der App darf für Patient*innen kein zusätzliches Risiko entstehen, wie zum Beispiel durch falsche Messungen. Digitale Gesundheitsanwendungen müssen auch immer als Medizinprodukte der Risikoklasse I oder II a klassifiziert sein, also keinem oder einem geringen Risiko, zuzuordnen sind. Dies kann man auch an der entsprechenden CE-Zertifizierung erkennen.
  • Medizinischer Nutzen: Der Hauptnutzen einer Diga muss der medizinische Nutzen sein und dieser muss auch nachweislich vorhanden sein. Das bedeutet konkret: Eine Diga muss einen sogenannten “positiven Versorgungseffekt” haben, der auch valide wissenschaftlich belegbar ist. Es muss also entweder der tatsächliche gesundheitliche Zustand oder aber wenigstens der Umgang mit der Erkrankung durch die Nutzung der App auf Rezept nachweislich verbessert werden.

Wer kann eine Diga nutzen?

Voraussetzung für die Nutzung einer Diga ist eine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose. Nach der Ausstellung eines Rezeptes werden die Kosten genauso wie für Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Das heißt aber, dass ein Besuch bei deinem medizinischen oder psychotherapeutischen Fachpersonal sowie eine Diagnose notwendig ist, damit du eine App auf Rezept erhältst. Außerdem gibt es einige Kontraindikationen, also bestimmte Diagnosen oder körperliche Erkrankungen, bei deren Vorliegen eine digitale Gesundheitsanwendung nicht verordnet werden darf. Diese sind ebenso wie eine Auflistung aller vorhandenen Digas im Diga-Verzeichnis abrufbar. 

Antrag auf Nutzung einer App auf Rezept

Du kannst digitale Gesundheitsanwendungen nicht nur nach einer Verordnung von deinem medizinischen oder psychotherapeutischen Fachpersonal nutzen, du kannst den Antrag auch direkt über deine Krankenkasse stellen. Voraussetzung ist jedoch in beiden Fällen das Vorhandensein der medizinischen Indikation. Diesen musst du gemeinsam mit einem Nachweis der Kontraindikationen zum Beispiel mittels einer AU-Bescheinigung bei deiner Krankenkasse einreichen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, bekommst du den Rezeptcode direkt von deiner Krankenkasse. Mit dem Rezeptcode kannst du deine digitale Gesundheitsanwendung auf dem Smartphone oder auf dem PC aktivieren und nutzen.

Was ist Selfapy?

Selfapy bietet dir psychologische Unterstützung und ist auf deinem Weg zu einem besseren Wohlbefinden für dich da. Die Online-Kurse bei Depression, Generalisierter Angststörung und Panikstörung können von medizinischem und psychotherapeutischem Fachpersonal auf Rezept verordnet werden – die Kosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Studie der Charité Berlin mit über 400 Proband*innen konnte zeigen, dass Selfapys Depressions-Kurs die Symptomatik nachweislich reduziert. Studien zu den anderen Kursen bei Angst- und Essstörungen laufen derzeit. 

Die 12-wöchigen Online-Kurse beinhalten 12 Lektionen. Diese basieren auf bewährten Methoden der Verhaltenstherapie und beinhalten leicht verständliche Texte, informative Videos und interaktive Übungen, die einfach in den Alltag integrierbar sind. So unterstützt Selfapy Nutzer*innen auf dem Weg zu mehr Lebensqualität.

Das Ziel von Selfapy ist es, die Situation der psychologischen Versorgung effizienter zu gestalten, Versorgungslücken zu schließen und gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen einzustehen. Bei Selfapy können Menschen, die an einer psychischen Belastung leiden, sofort und ortsunabhängig professionelle Hilfe erhalten. So können Wartezeiten bedarfsgerecht überbrückt, Rückfälle vermieden und Chronifizierung, stationäre Aufenthalte sowie Arbeitsunfähigkeit verhindert werden. Die Kurse werden stetig technisch sowie inhaltlich weiterentwickelt.

Wie lasse ich mir Selfapy verordnen?

Seit 2019 gibt es ein neues Gesetz in Deutschland, das Digitale-Versorgung-Gesetz. Dieses Gesetz macht es möglich, dass digitale Gesundheitsanwendungen von medizinischem und psychotherapeutischem Fachpersonal per Rezept verschrieben werden können. Auch Selfapy wurde als digitale Gesundheitsanwendung zugelassen. So wird psychologische Unterstützung für alle schnell und flexibel möglich und die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Viele wissen vielleicht noch gar nicht von der Möglichkeit, Apps auf Rezept verschreiben zu können. Es ist daher wichtig, dass du dein medizinisches oder psychotherapeutisches Fachpersonal darauf hinweist, dass du das möchtest.

Lass dir ein Rezept ausstellen

Wenn du merkst, dass du mit deiner psychischen Belastung alleine nicht mehr zurecht kommst und das Angebot von Selfapy gerne wahrnehmen möchtest, ist das bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung. Oft scheitert die Behandlung bereits daran, dass Betroffene sich ihre Situation nicht eingestehen können oder wollen. Der Grund dafür ist häufig die Angst vor Stigma, Unverständnis und Ablehnung.

Um dir Selfapy verordnen lassen zu können, gehst du am besten zunächst zu deinem ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachpersonal. Dort schilderst du deine Symptome, vielleicht kennt deine Ansprechperson dich ja auch schon. Gemeinsam könnt ihr dann die Diagnose und die weiteren Schritte besprechen. Um ein Rezept für einen Kurs von Selfapy zu bekommen, machst du dein medizinisches oder psychotherapeutisches Fachpersonal dann auf diese Möglichkeit aufmerksam. Um dir deinen Kurs verordnen zu können, braucht deine Ansprechperson die zu den Kursen passenden IDC-Codes und die PZN. Alle diese Informationen sind unter https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis einsehbar. Unter www.selfapy.com/de/aufrezept findest du hierzu außerdem ein Merkblatt, das du zu deinem Arztbesuch mitnehmen kannst.

Reiche das Rezept bei der Krankenkasse ein

Nachdem du ein Rezept bekommen hast, musst du dieses bei deiner Krankenkasse einreichen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Das geht via Krankenkassen-App, Service-Center, Post oder Telefon. In der Regel solltest du das über den Weg machen, über den du das Rezept auch erhalten hast. Im Anschluss erhältst du einen individuellen Code von deiner Krankenkasse, den du für die Anmeldung auf unserer Website brauchst.

Starte deinen Kurs

Unter www.selfapy.com kannst du dich anschließend mit dem Freischaltcode, den du von deiner Krankenkasse bekommen hast, anmelden und du kannst sofort mit deinem kostenfreien Online-Kurs loslegen. Derzeit kannst du dir unseren Kurs bei Depression , den Kurs bei Generalisierter Angststörung sowie den Kurs bei Panik per Rezept verordnen lassen.

Online-Kurse von Selfapy bei psychischen Belastungen

Die Online-Kurse von Selfapy bieten zudem eine gute Möglichkeit der Unterstützung bei psychischen Belastungen. Die Kurse bei Depression, Angst- und Panikstörung sind kostenfrei auf Rezept erhältlich. Für mehr Informationen vereinbare ein kostenloses Infogespräch. Mach hier den Test und finde heraus, ob Selfapy zu dir passt.

Ein Artikel von

Felicitas Eva Lindner Redakteurin · Journalismus (M.A.), Psychologie (B.Sc.)

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Quellenangaben

  1. Höfler, Barbara (2021). Apps auf Rezept: Was sie über Digas wissen sollten. Online verfügbar unter https://www.apotheken-umschau.de/e-health/apps-auf-rezept-was-sie-ueber-digas-wissen-sollten-840049.html#was-ist-der-unterschied-zwischen-einer-digitalen-gesundheitsanwendung-und-einer-health-app-ohne-rezept [15.08.22].
  2. Stiftung Gesundheitswissen (o.J.). Apps auf Rezept: Was man dazu wissen sollte. Online verfügbar unter https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/e-health-trends/gesundheits-apps-auf-rezept-was-man-dazu-wissen-sollte [15.08.22].
  3. tk.de (2022). Der Antragsweg zu einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA). Online verfügbar unter https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/kompetent-als-patient/digitale-gesundheitsanwendungen-antrag-stellen-2116854 [15.08.22].

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