Zurück 14 Mar 2018 · 1 min lesezeit

Es klingt so einfach: Serotoninmangel löst Depressionen aus. Also erhöhen wir den Serotoninspiegel im Blut und schon fühlen wir uns besser. Viele Antidepressiva sind sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (auch als SSRI oder Selective Serotonin Reuptake Inhibitors bekannt), die dazu führen, dass der mehr Serotonin im Körper verfügbar ist. Der Botenstoff ist somit extrem wichtig für psychische Gesundheit.

Glücklicher durch Nahrungsergänzungsmittel?

Wer nicht gleich zu einem verschreibungspflichtigen Medikament greifen möchte, erhält im Internet zahlreiche Tipps, wie durch natürliche oder synthetische Mittelchen der Serotoninspiegel erhöht werden kann. Hier gilt vor allem L-Tryptophan als beliebte Waffe im Kampf gegen die Depression. Die Aminosäure ist in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Sojabohnen, Erbsen oder Erdnüssen enthalten. Ein komplexer, zweistufiger Prozess für den Magnesium, Zink und die Vitamine B3 und B6 nötig sind, wandelt L-Tryptophan in Serotonin um. Genau wie SSRIs sollten derartige Mittel jedoch nur in Absprache mit einer*m Psychiater*in genommen werden.

Kostenlose Serotonin-Booster: Licht und Sport

L-Tryptophan und die Zwischenstufe 5-HTP lassen sich als Nahrungsergänzungsmittel für viel Geld kaufen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist in den meisten Fällen jedoch genauso effektiv und meist günstiger. Vollkommen kostenlos sind die Serotonin-Booster Licht und Sport. Wer sich täglich unter freiem Himmel sportlich betätigt, kann seinen Serotoninspiegel dadurch steigern.

Psychotherapie: Der sicherste Weg aus der Depression

Es sei jedoch erwähnt, dass die Ursachen einer Depression sehr viel komplexer sind und ihre Entstehung nicht einfach durch einen Serotoninmangel erklärt ist. Ebenso wirken Antidepressiva auf mehreren Ebenen, beispielsweise regulieren sie den Schlaf-Wach-Rhythmus und das Stresslevel der Betroffenen. Letztlich ist eine professionelle Psychotherapie immer noch die effektivste Methode, um eine Depression zu überwinden.


Quellenangaben

  1. Stiftung Deutsche Depressionshilfe
  2. Ansari, P. (o.J.). Serotonin. In: Depression-Heute. Online verfügbar unter https://www.depression-heute.de/eine-geschichte-voller-missverstaendnisse-die-schon-lange-widerlegt-wurden/ (letzter Zugriff: 24.03.2021)
  3. Dold, P. (2015). System Depression: Ganzheitliche Therapie: Bewegung, Ernährung, Stärkung des Familiensystems. Klett-Cotta
  4. Hautzinger M. (2011) Depressionen. In: Linden M., Hautzinger M. (eds) Verhaltenstherapiemanual. S. 565-571. Springer

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