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Depression

Depression – diese Ursachen solltest du kennen

20 Oct 2021 · 4 min lesezeit
von Katrin Bermbach

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Unzählige Menschen sind betroffen – vielleicht auch du? Die Ursachen einer depressiven Episode sind recht vielfältig. Mehr erfährst du in diesem Beitrag.

  • Depressionen haben verschiedene Ursachen. Zu dem Thema wurde in den letzten Jahren viel geforscht. 
  • Oft erklären psychosoziale Ursachen das Auftreten einer Depression. 
  • Es gibt aber auch genetische Risikofaktoren oder Erkrankungen des Stoffwechsels als mögliche Ursachen. 
  • Es ist wichtig, die Ursachen einer Depression zu kennen, um die bestmögliche Behandlung auszuwählen. 

Eine Depression kann körperliche Ursachen, seelische Ursachen oder genetische Ursachen haben. Leidest du an depressiven Beschwerden, ist es für deine*n Ärztin*Arzt sehr wichtig, Auslöser zu identifizieren, denn das ist wichtig für eine erfolgreiche Behandlung.

Depression: Psychosoziale Ursachen

Oft hat eine Depression ihre Ursachen in der Kindheit – vor allem durch einen ängstlich-fürsorglichen Erziehungsstil. Betroffene können im Erwachsenenalter Stress schlecht bewältigen, und eine Depression droht. Auch unzureichend verarbeitete Erlebnisse in jungen Jahren, etwa der Tod eines Elternteils, können bedeutsam sein. Nicht immer liegen die Ursachen einer Depression in der Kindheit. Negative Erfahrungen im Erwachsenenalter, wie der Verlust einer*eines Partnerin*Partners, können solche Beschwerden ebenfalls erklären.

Depression: Vererbung als Risikofaktor

Eine Depression kann auch genetische Ursachen haben. Forscher*innen haben herausgefunden, dass die seelische Erkrankung in Familien gehäuft zu finden ist. Erkranken Verwandte ersten Grades an einer Depression, sind 15 von 100 der Familienmitglieder ebenfalls betroffen – bei eineiigen Zwillingen sogar jede*r Zweite. Für dich ist wichtig: Depressionen sind keine reine Erbkrankheit. Liegen aber Risikofaktoren im Erbgut vor und kommen psychische Belastungen hinzu, kann es zu Depressionen kommen.

Endogene Depression – diese Ursachen solltest du kennen

Starke Überlappungen gibt es zwischen genetischen Risikofaktoren und der endogenen Depression. Dabei steht „endogen“ für „im Inneren“, sprich „im Körper selbst“, ohne äußere Ursachen. Das bedeutet: Aufgrund von Besonderheiten im Erbgut verändern sich Stoffwechselprozesse im Gehirn. Vor allen die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin sind betroffen. Ihr Spiegel ist niedrig im Vergleich zu Personen ohne Depression. Du solltest wissen: Ärzt*innen stellen endogene Depressionen als Ursache nur noch selten. Von der Unterscheidung zwischen endogenen und neurotischen (rein seelisch ausgelösten) Depressionen ist die Wissenschaft abgekommen.

Depressive Verstimmung durch Stoffwechselerkrankungen

Mitunter führen organische Ursachen zu einer Depression. Bekanntestes Beispiel ist die Schilddrüsenunterfunktion. Leidest du daran, sind in deinem Blut die Spiegel an Schilddrüsenhormonen zu niedrig. Das kann zu depressiver Verstimmung führen, zu Konzentrationsstörungen, zu Leistungsabfall, zu Lustlosigkeit, Verstopfung, bei Frauen zu Zyklusstörungen und vielem mehr. Bist du betroffen, nimmst du nach ärztlichem Rat spezielle Tabletten ein, um den Hormonspiegel zu normalisieren. Dann verschwinden auch die Beschwerden.

Ursachen einer Depression bei Frauen

Du solltest aber auch wissen, dass Frauen generell ein höheres Risiko als Männer haben, an Depressionen zu erkranken. Beispielsweise zeigt die GEDA-Studie (Gesundheit in Deutschland aktuell) vom Robert Koch-Institut, dass fünf von 100 Männern, aber neun von 100 Frauen solche Beschwerden haben. Biologische Unterschiede scheinen eine Rolle zu spielen. Im Zyklus von Frauen ändern sich die Konzentrationen von Hormonen stark. Auch während der Schwangerschaft und danach sowie bei der Menopause kommt es zu Änderungen. Es lässt sich aber nicht ausschließen, dass Fragebögen zur Diagnostik einer Depression bei Frauen und Männern unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Ursachen einer Depression im Alter

Depressive Störungen treten im Alter häufiger auf. Etwa 17 von 100 Menschen über 75 Jahren sind betroffen. Die Ursachen einer Depression im Alter sind komplex. Senior*innen leiden oft an organischen Erkrankungen und haben chronische Schmerzen. Und neurologische Leiden wie die Alzheimer-Demenz oder Morbus Parkinson treten häufig auf. Auch leiden neun von zehn Menschen jenseits der 75 an Einschlaf- oder Durschlafstörungen. Bestimmte Medikamente, vor allem Schmerz- und Schlafmittel, können ebenfalls zu depressiven Beschwerden führen.

Noch ein Blick auf soziale Faktoren: Die Kinder sind längst aus dem Haus. Vielleicht hat der Wechsel vom Beruf in den Ruhestand zu dem Gefühl geführt, nicht mehr gebraucht zu werden. Vielleicht ist der*die Partner*in bereits gestorben. Und bei vielen Senior*innen verringert sich der Freundeskreis im Alter recht stark. Bist du auch betroffen, ist Geduld wichtig. Ärzt*innen führen gerade bei älteren Menschen viele Untersuchungen durch, bis sie den Grund für Depressionen gefunden haben.

Rezidivierende Depression: Diese Ursachen kennt man

Einzelne depressive Episoden lassen sich heute gut mit Psychotherapien und/oder Arzneimitteln behandeln. Dennoch kann es, bezogen auf die Lebenszeit, bei 50 bis 75 von 100 Patient*innen zu Rückfällen kommen. Ärzt*innen kennen mehrere Risikofaktoren für sogenannte Rezidive, vor allem Alkohol- und Drogenmissbrauch, Angst- oder Zwangsstörungen oder Essstörungen. Auch ein Rückfall in der Vorgeschichte macht dies wahrscheinlicher.

Psychotische Depression – Ursachen der Krankheit

Die psychotische Depression ist ein weiterer Spezialfall. Patient*innen leiden zusätzlich zu den bekannten Symptomen auch an unterschiedlichen Wahnvorstellungen. Psychosen können organische Ursachen wie Stoffwechselstörungen, einen Tumor oder aber Drogenmissbrauch haben. Daneben kennen Ärzt*innen auch nichtorganische Ursachen, etwa psychosoziale Faktoren.

Ein Artikel von

Katrin Bermbach Gründerin und COO · Psychologin

Quellenangaben

  1. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde et al. (2015, 16. November): Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf
  2. Max-Planck-Institut für Psychiatrie (o. D.): Depression.
    https://www.psych.mpg.de/840900/depression
  3. neurologen-und-psychiater-im-netz.org (o. D.). Ursachen einer Depression. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/depressionen/ursachen/
  4. neurologen-und-psychiater-im-netz.org (o. D.). Einteilung der Depression. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/depressionen/einteilung/
  5. neurologen-und-psychiater-im-netz.org (o. D.). Depression im Alter - Ursachen & Risikofaktoren. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/altersdepression/ursachen-risikofaktoren/
  6. Heim, T. (2020, 22. September). Depression im Alter. Deximed Hausarztwissen online. https://deximed.de/home/klinische-themen/geriatrie/krankheiten/gerontopsychiatrie-neurologie/depression-im-alter
  7. Thieme-Verlag (o. D.): Depressionen: Frauen erkranken weit häufiger als Männer. https://www.thieme.de/de/psychiatrie-psychotherapie-psychosomatik/depressionen-frauen-erkranken-haeufiger-als-maenner-52555.htm

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