Zurück 21 Oct 2021 · 2 min lesezeit
von Nicole Lücke

Bei einer Depression können sich die Betroffenen meistens nicht vorstellen, dass es ihnen jemals wieder besser gehen wird. Außerdem fehlt ihnen der Antrieb, etwas zu tun. Selbsthilfe ist daher ein schwieriger Begriff. Aber auch wenn du es kaum glauben kannst: Du kannst viel dazu beitragen, die Depression zu beenden!

  • Bei Depressionen ist Selbsthilfe ein wichtiger Teil der Behandlung. 
  • Unter anderem sind Sport und soziale Kontakte hilfreich.
  • Eine Unterstützung können Online-Kurse, Apps und Selbsthilfe-Foren sein.
  • Selbsthilfegruppe ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen.  

Du bist niedergeschlagen, traurig, fühlst dich antriebslos und leer, nichts macht Spaß. Am liebsten würdest du dich verkriechen. Wie soll bei einer Depression Selbsthilfe funktionieren? Tatsächlich geht es nicht nur darum, gut gemeinte Ratschläge zu befolgen.

Depression: Selbsthilfe beginnt bei der Einsicht

Bei einer Depression ist der erste Schritt am schwersten und am wichtigsten: die Erkenntnis, dass du krank bist und Hilfe brauchst. Wende dich an deine*n Hausärztin*arzt, damit sie*er dich an Fachkolleg*innen überweisen kann. Zur Depression-Selbsthilfe gehört es auch, dass du die Therapie befolgst und zum Beispiel Medikamente einnimmst, falls dein*e Arzt*Ärztin sie dir verschreibt.

Außerdem solltest du versuchen, mit Freunden und Angehörigen möglichst offen darüber zu sprechen, dass du an einer Depression leidest. Das fällt dir vielleicht schwer, aber sie können dich unterstützen.

Depression: Selbsthilfe-Tipps

Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind Medikamente und eine Psychotherapie. Zusätzlich kannst du durch dein Verhalten dazu beitragen, aus der Depression rauszukommen – auch wenn dir das zu Beginn schwerfällt. Die wichtigsten Selbsthilfe-Tipps sind:

  • Bewegung und Sport
  • soziale Kontakte suchen 
  • kleine Alltagstätigkeiten, etwa einkaufen

Depression: Selbsthilfe über den Austausch mit anderen

Wer noch nie eine Depression hatte, kann selten verstehen, dass für die Betroffenen der normale Alltag eine Herausforderung ist. Deswegen tut es gut, sich mit anderen auszutauschen. Es gibt Menschen, denen es genauso geht wie dir! Sie können deine Probleme verstehen. Außerdem bekommst du in einer Selbsthilfegruppe Tipps für viele Alltagssituationen.

Es gibt auch Gruppen, die auf besondere Ausprägungen der Depression spezialisiert sind, etwa eine Angst-und-Depression-Selbsthilfe oder Manie und Depression – Selbsthilfe bei bipolaren Störungen.

Bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) kannst du nach Selbsthilfegruppen in deiner Nähe suchen.

Apps und Online-Therapie: Bei einer Depression Selbsthilfe online finden

Bei einer Depression kann Online-Selbsthilfe eine gute Unterstützung sein, etwa der Online-Kurs gegen Depressionen von Selfapy. Ihn kannst du begleitend zu einer Therapie machen, oder du überbrückst damit die Wartezeit auf einen Therapieplatz. Sobald du aktiver wirst, können auch sogenannte Lifestyle-Apps zur Selbsthilfe beitragen. Damit sind Angebote gemeint, über die du Achtsamkeitsübungen lernst, Anti-Stresstraining absolvierst oder ein Aktivitäten-Tagebuch führst. Ganz wichtig: Online-Kurse oder App können im Rahmen der Selbsthilfe eine Therapie begleiten. Sie sind aber kein Ersatz für eine Behandlung durch eine*n Ärztin*Arzt.

Selbsthilfe-Forum: Depression online besprechen

Du findest im Netz auch zahlreiche Foren, in denen sich Betroffene austauschen. Wichtig ist, dass das Forum von Expert*innen moderiert wird, die etwa falsche medizinische Informationen korrigieren. Das ist zum Beispiel im Selbsthilfe-Forum der Stiftung Deutsche Depressionshilfe der Fall. 

Falls du zwischen 14 und 25 Jahre alt bist, kannst du dich über FIDEO – Fighting Depression Online mit anderen über Selbsthilfe austauschen.

Ein Artikel von

Nicole Lücke Medizinredakteurin

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Quellenangaben

  1. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2016). Unipolare Depression – Patientenleitlinie zur Versorgungsleitlinie. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005p_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf
  2. Deutsche Depressionsliga (o. D.). Selbsthilfe bei Depressionen. www.depressionsliga.de.https://www.depressionsliga.de/informationen/nuetzliche-links-235/selbsthilfe-bei-depressionen.html
  3. Rummel-Kluge, C. (o. D.). Selbsthilfegruppen Depression. Deutsche Depressionshilfe.https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/selbsthilfegruppen
  4. Neurologen und Psychiater im Netz (o. D.). Depressionen – Erprobte Online-Selbsthilfe- und Interventionsprogramme in verschiedenen Erkrankungsphasen hilfreich. www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org.https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/depressionen-erprobte-online-selbsthilfe-und-interventionsprogramme-in-verschiedenen-erkrankung/

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