Zurück 10 Feb 2022 · 7 min lesezeit
von Michael van den Heuvel

Leidest du an einem Hautausschlag? Hast du rote Flecken am Körper oder einen kreisrunden Ausschlag? Quälen dich Pickel, kleine rote Pünktchen oder Juckreiz? Hinter solchen Beschwerden können sich unzählige Erkrankungen verbergen – eventuell auch ein Hautausschlag durch Stress. Hier erfährst du mehr zu den Hintergründen und zu Möglichkeiten, dir Hilfe zu holen.

Ein Hautausschlag kann an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten: zum Beispiel im Gesicht, am Hals, an den Armen, den Beinen, am Bauch oder am Rücken. Manche Patient*innen leiden an Juckreiz, andere nicht. Tritt bei dir ein Hautausschlag neu auf, solltest du immer erst zur*zum Hautarzt*ärztin gehen. Stress kann Ursache eines Hautausschlags sein oder dazu führen, dass sich schon vorhandene Hauterkrankungen verschlechtern. Zusammen mit Hautärzt*innen und Psycholog*innen findest du Lösungen gegen den Hautausschlag durch Stress. Du kannst aber auch durch einen gesunden Lebensstil selbst aktiv werden.

Wie äußert sich ein Hautausschlag durch Stress oder durch andere Erkrankungen?

Ein Hautausschlag kann unterschiedlich aussehen und verschiedene Beschwerden verursachen. Ob es sich dabei um einen Hautausschlag durch Stress oder um eine reine Hauterkrankung handelt, können nur Ärzt*innen beurteilen. Besonders häufig sind rote Flecken auf der Haut, ein Ausschlag im Gesicht, rote Flecken im Gesicht oder am Hals, rote Flecken am Bein oder ein Ausschlag unter der Brust.

Manche Patient*innen haben einen Ausschlag an den Händen, rote Flecken am Bauch, einen Ausschlag an den Beinen oder einen Ausschlag am ganzen Körper. Der Ausschlag kann unter den Achseln, an den Beinen, an der Hand, am Arm, speziell in der Armbeuge, am Oberschenkel oder am Rücken auftreten. Rote Flecken am Körper, die nicht jucken, kommen vor – aber auch ein juckender Hautausschlag ist bekannt.

Rote Flecken am Bein oder am Fuß können auch Symptome der Zuckerkrankheit Diabetes sein. Weitere mögliche Gründe für den Hautausschlag: Pilze siedeln sich auf der Haut an. Juckende Augenlider können etwa durch einen Pilz hervorgerufen werden und unter psychischem Druck schlimmer werden. Stress kann auch ein bestehendes Ekzem an der Hand verschlechtern.

Welche Fragen stellen Ärzt*innen?

Wichtig ist, dass du bei jedem neu auftretenden Hautausschlag medizinische Hilfe in Anspruch nimmst, um die Ursachen abzuklären. Hautärzt*innen werden dich gründlich untersuchen, um herauszufinden, welchen Auslöser deine Beschwerden haben. Wichtige Anhaltspunkte für eine Diagnose liefern folgende Fragen:

  • Welche Hautpartien sind betroffen: etwa das Gesicht, der Hals, Arme, Beine, Rücken, an den Brüsten?
  • Wie sind die geschädigten Hautflächen über den Körper verteilt: symmetrisch, asymmetrisch, diffus?
  • Wie sieht der Hautausschlag aus: Handelt es sich beispielsweise um einen kreisrunden roten Fleck auf der Haut, um Pusteln im Gesicht, um einen Hautausschlag im Gesicht, um einen Ausschlag am Auge, einen Ausschlag am Ellenbogen, um einen Ausschlag am Hals, um Pusteln am Körper, um eine plötzliche Blase auf der Haut?
  • Wie fühlt sich die erkrankte Haut an: heiß, knotig, verdickt, trocken?
  • Zu welchen Beschwerden führt der Hautausschlag: Hast du rote Punkte auf der Haut ohne Juckreiz, eine trockene Haut mit Flecken oder juckt die Haut überall?

Welche Untersuchungen der Haut sind darüber hinaus erforderlich?

Hautärzt*innen nehmen Lupen oder Auflichtmikroskope (Dermatoskope) zu Hilfe. Vielleicht ist es auch notwendig, eine Gewebeprobe (Biopsie) zu nehmen und ins Labor für weitere Untersuchungen zu schicken. Blutuntersuchungen liefern unter Umständen wichtige Anhaltspunkte auf Stoffwechselerkrankungen. Gibt es Hinweise auf Unverträglichkeiten, folgt ein Allergietest.

Ein Hautausschlag durch Stress lässt sich weder anhand eines besonderen Erscheinungsbildes noch anhand von Laborwerten oder Tests nachweisen. Ärzt*innen sprechen von einer sogenannten Ausschlussdiagnose. Das heißt, liefern alle sinnvollen diagnostischen Verfahren kein Ergebnis, kann es sich um einen Hautausschlag durch Stress handeln. Oft ist auch von Stesspusteln oder Stresspickeln die Rede. An dieser Stelle kann die Zusammenarbeit mit Psycholog*innen sinnvoll sein, um zu ergründen, wie es zum Hautausschlag durch Stress kommt.

Welche Ursachen können Hauterkrankungen haben?

Hautärzt*innen werden mit dir auch über Vorerkrankungen, über frühere Leiden, über Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, aber auch über bekannte Krankheiten in der Familie sprechen. Das ist wichtig, damit sie ein möglichst umfassendes Bild bekommen. Vielleicht weißt du bereits, dass du gegen bestimmte Lebensmittel oder Chemikalien allergisch bist. Das solltest du den Ärzt*innen mitteilen. Im Zweifelsfall führen sie Haut- oder Blutuntersuchungen durch.

Auch der Stoffwechsel spielt eine wichtige Rolle. Leidest du beispielsweise an einer Störung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus Typ 2), kann das zu schwer heilenden Hauterkrankungen führen. Ein überschießendes Immunsystem wiederum gilt als Ursache für Neurodermitis, auch Atopisches Ekzem genannt. Und Herpesviren führen zu stark juckenden, schmerzenden Bläschen. Andere virale Infektionen rufen rote, juckende Pickel hervor. Und speziell bei Jugendlichen in der Pubertät ist Akne häufig. Daneben kennen Hautärzt*innen den Hautausschlag durch Stress. Du siehst, es gibt viele Ursachen für Hautausschläge.

Wie beeinflusst Stress den Körper?

An der Stelle muss gesagt werden: Stress ist nicht gleich Stress. Forschende schreiben kurzfristigem Stress sogar positive Eigenschaften zu – er führt zu einer höheren Leistungsfähigkeit. Falls du langfristig oder chronisch an Stress leidest, kannst du allerdings unter Umständen körperliche oder seelische Erkrankungen entwickeln. Der Hintergrund: Stress führt zur Aktivierung von Botenstoffen im Körper. Diese Moleküle beeinflussen nicht nur das Gehirn. Sie beschleunigen die Atmung, führen zu einer höheren Herzfrequenz, erhöhen den Blutdruck und verbessern die Durchblutung. Auf Dauer schwächen Stresshormone das Immunsystem. Dieser negative Stress wird häufig auch Distress genannt. Mögliche Gründe sind Konflikte in der Familie oder im Büro. Viele Menschen leiden an Mobbing im beruflichen Umfeld. Das alles kann – muss aber nicht – zu einem Hautausschlag durch Stress frühen. Den Zusammenhang zwischen Stress und Hauterkrankungen zeigt auch die Anatomie. Denn Nerven reichen bis in die obersten Hautschichten.

Sind Hautausschläge die Ursache oder die Folge von Stress?

Das hat Folgen: Stressflecken treten vor allem durch die stärkere Durchblutung der Haut in Stresssituationen auf. Sie verschwinden jedoch wieder, sobald du zur Ruhe kommst. Besteht Stress aber weiterhin, kann es allein dadurch zu einem Hautausschlag kommen. Damit ist Stress Auslöser deiner Beschwerden.

Was du dennoch wissen solltest: Bei vielen chronischen Hauterkrankungen spielt die Psyche eine wichtige Rolle. Gerade schwere Leiden wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) verursachen starke Beschwerden und sorgen selbst für Stress. Jugendliche mit starker Akne leiden ebenfalls stark körperlich und seelisch an ihrer Hauterkrankung. Psychischer Stress wiederum verstärkt die Hauterkrankung – ein Teufelskreis entsteht. Menschen empfinden sichtbare Hautausschläge oft als entstellend; sie schämen sich zu Unrecht. Auch das führt zu Stress. Gleichzeitig verschlimmert Stress durch äußere Einflüsse die bestehende Hauterkrankung. Aus diesem Teufelskreis kommen Betroffene nicht allein durch die Hilfe von Hautärzt*innen. Sie benötigen vielmehr psychologische Unterstützung.

Was hilft gegen den Hautausschlag?

Damit du die bestmögliche Behandlung erhältst, ist es wichtig, dass eine korrekte Diagnose gestellt wird. Danach richtet sich die weitere Therapie. Ein Beispiel: Handelt es sich bei dem Hautausschlag um ein Atopisches Ekzem, auch Neurodermitis genannt, erhältst du von deinem*deiner Arzt*Ärztin je nach Schweregrad der Erkrankung unterschiedliche Medikamente. Eine Basispflege der Haut, das sind Salben, Cremes oder Lotionen ohne Wirkstoffe, ist immer dabei. Wichtig ist, dass du dich an die Vorgaben hältst und alle Medikamente weiter anwendest, selbst wenn die Beschwerden nachlassen. Stress kann beim Atopischen Ekzem ebenfalls eine Rolle spielen; jeder Mensch reagiert anders.

Wird dein Hautausschlag durch Stress, aber nicht durch Hauterkrankungen im eigentlichen Sinne hervorgerufen, solltest du Maßnahmen gegen Stress treffen. Im Zweifelsfall sollten Hautärzt*innen und Psychotherapeut*innen das Problem gemeinsam angehen. So können sich bei Stress Verhaltensmuster wie Kratzen verfestigen. Menschen sichern sich durch Hautkrankheiten auch die Aufmerksamkeit der Umgebung, ein Phänomen, das immer wieder bei Kindern und deren Eltern beobachtet wird. Das bekannte Sprichwort, die Haut sei ein Spiegel der Seele, hat eben einen wahren Kern.

Selbst beim Hautausschlag durch Stress erhältst du wahrscheinlich eine Basispflege und gegebenenfalls ein sehr schwaches Arzneimittel gegen den Juckreiz beziehungsweise gegen Entzündungen.

Was hilft gegen Stress?

Unabhängig von der medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlung kannst du selbst viel für dich tun. Überlege, welche Situationen bei dir Stress auslösen. Nicht immer wird es dir gelingen, solche Einflussfaktoren zu eliminieren. Strategien dagegen gibt es dennoch, etwa die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training, Meditation oder Yoga. Wer klassische Hautkrankheiten hat und stark darunter leidet, sollte mit psychotherapeutischer Hilfe das eigene Selbstbewusstsein stärken. Manche Defizite reichen weit in die Kindheit zurück.

Was kannst du noch bei einem Hautausschlag durch Stress unternehmen?

Neben Maßnahmen zur Vermeidung von Stress spielen bei allen Hauterkrankungen weitere Lebensstil-Faktoren eine Rolle. Rauchen und Alkohol solltest du vermeiden. Ernähre dich ausgewogen mit viel Obst, viel Gemüse, wenig Fleisch und verzichte auf scharfe Gewürze. Trinke ausreichend viel Wasser oder ungesüßten Tee. Etwa anderthalb Liter pro Tag sind ideal. Und Bewegung tut deinem Körper ebenfalls gut. Das zeigt, wie umfassend du einen Hautausschlag durch Stress behandeln solltest.

Ein Artikel von

Michael van den Heuvel Medizinredakteur

Artikel teilen

Quellenangaben

  1. Arbeitsgemeinschaft der medizinischen Fachgesellschaften (2015, März). Leitlinie Neurodermitis. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-027.html
  2. Arbeitsgemeinschaft der medizinischen Fachgesellschaften (2021, Februar). Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-001.html
  3. Arbeitsgemeinschaft der medizinischen Fachgesellschaften AWMF (2010, Dezember). Leitlinie Behandlung der Akne. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-017.html
  4. Fischer S. et al. Atopisches Ekzem (2003, Oktober). Provokationsfaktoren und Möglichkeiten ihrer wirkungsvollen Reduktion beziehungsweise Elimination. Der Hautarzt. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00105-003-0557-7
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (o. D.). Was passiert bei einer Hautuntersuchung? Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/was-passiert-bei-einer-hautuntersuchung.html

Ähnliche Artikel

CE icon

CE-Zulassung

Selfapy ist ein CE-zugelassenes Medizinprodukt der Klasse 1.

trust icon

Wissenschaftlich fundiert

Wir führen klinische Wirksamkeitsstudien zu all unseren Kursen durch.

lock icon

Datenschutz gewährleistet

Daten werden nach den europäischen Datenschutzstandards jederzeit vertraulich behandelt.

pageview counter pixel