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Angst und Panik

Klaustrophobie: So kannst du die Angststörung bekämpfen

20 Nov 2019 · 3 min lesezeit

Ob im Fahrstuhl oder in der U-Bahn: Wer unter Klaustrophobie leidet, empfindet in geschlossenen oder überfüllten Räumen enorme Angstzustände. Der Alltag kann für die Betroffenen zum Alptraum werden, denn sie sind in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Hast auch du Angst vor engen Räumen oder Menschenansammlungen? Hier erfährst du, woran du die Angststörung erkennst und wie du sie in den Griff bekommst.

Leidest du auch unter einer Angststörung? Melde dich zu unserer Studie in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Thema Angst & Panik an und erhalte kostenfreien Zugang zum Selfapy-Kurs bei Angst & Panik. So hilfst du uns dabei, die Wirksamkeit von unseren Kursen weiter zu bestätigen.

Was versteht man unter Klaustrophobie?

Eine Klaustrophobie gehört laut der internationalen Klassifikation von Diagnosen (ICD10) zu den spezifischen Phobien und wird umgangssprachlich auch als „Raumangst“ bezeichnet. Betroffene können sich nicht in engen oder geschlossenen Räumen aufhalten und haben große Angst vor Menschenmassen. Die angstauslösenden Situationen können variieren: Einige Klaustrophobiker*innen fürchten sich vor Fahrstühlen, andere können sich nicht dazu überwinden, mit dem Auto durch einen Tunnel zu fahren.
Die Krankheit wird im deutschsprachigen Raum häufig als „Platzangst“ bezeichnet, allerdings ist dies nicht korrekt. Menschen mit Platzangst („Agoraphobie“) fürchten sich davor, das eigene Zuhause zu verlassen. Sie meiden große Plätze, Kaufhäuser, Restaurants und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, können ihre Wohnung im Extremfall nicht mehr verlassen. Beide Krankheitsbilder können sich aber überschneiden: Es kann vorkommen, dass Klaustrophobie und Agoraphobie parallel auftreten.

Symptome: Wie äußert sich Klaustrophobie?

Die Symptome von Raumangst sind unter anderem Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüche, Schwindel, Magenkrämpfe und Übelkeit. Ein*e Klaustrophobiker*in hat panische Angst davor, im Ernstfall keinen Fluchtweg zu finden und das Bewusstsein zu verlieren oder gar zu ersticken. Schon der Gedanke an einen engen Raum oder eine Gefahrensituation kann diese körperlichen Symptome auslösen.
Die*der Betroffene meidet die entsprechenden Situationen, um sich zu schützen – allerdings verschlimmert sich die Krankheit dadurch. Die Angst vor den Symptomen sorgt nämlich dafür, dass der Aktionsradius immer stärker eingeschränkt wird. Die Abwärtsspirale geht so lange weiter, bis gemeinsame Unternehmungen mit Freund*innen und Bekannten nicht mehr möglich sind. Erkennst du dich darin wieder?

Mögliche Ursachen für Raumangst

Die Ursachen für Raumangst sind wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Expert*innen gehen davon aus, dass ein traumatisches Ereignis in der Vergangenheit zu Klaustrophobie führen kann. Vielleicht wurdest auch du einmal versehentlich in einem engen Zimmer eingesperrt oder bist im Fahrstuhl steckengeblieben?
Wenn man in einer solchen Situation unkontrollierbare Angstsymptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche an sich wahrnimmt, speichert das Gehirn die Informationen ab und schlägt beim nächsten Mal Alarm. Dies geschieht auch, wenn die initialen Symptome mit anderweitigem Stress zusammenhängen, der mit der „Gefahrensituation“ an sich nichts zu tun hat.
Zudem gibt es einen neurobiologischen Ansatz: Forscher der University of Cape Town haben in einer Meta-Studie herausgefunden, dass das Gehirn von Menschen mit einer spezifischen Phobie stärker auf angstauslösende Signale reagiert. Laut der Studie sind die linke Amygdala, der rechte Thalamus und das Kleinhirn bei Angstpatient*innen aktiver als bei anderen Personen. Einige Menschen sind also anfälliger für die Krankheit.

Klaustrophobie: Diagnose und was du dagegen tun kannst

Studien zufolge leiden etwa sieben bis acht Prozent der Bevölkerung unter Raumangst. Die gute Nachricht lautet: Die Angststörung ist therapierbar. Obwohl die tieferliegenden Ursachen noch nicht geklärt sind, konnten Forscher beweisen, dass die Abläufe im Gehirn durch eine Verhaltenstherapie so verändert werden können, dass die Angstsymptome ausbleiben.
Leidest auch du unter Raumangst? In einer Therapie besprichst du mit einer*m Psycholog*in, in welchen Situationen die Symptome auftreten und wie lange sie anhalten. Dabei lernst du auch, welche Denkmuster die Angststörung aufrechterhalten und wie du diese durchbrechen kannst. Zudem wird geprüft, ob deine Raumangst mit einer anderen Angststörung zusammenhängt.

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