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Arbeitswelt

Depressionen am Arbeitsplatz

03 Apr 2017 · 2 min lesezeit

In den vergangenen Jahrzehnten gab es einen drastischen Anstieg der psychisch bedingten Fehlzeiten in Relation zur gesamten Arbeitsunfähigkeit. Die Zahl der Krankschreibungen, die auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen sind, stieg von 2,5% (1980) auf 10,9% (2009) und lag 2015 bei rund 15% (BKK Gesundheitsatlas 2015). Die Krankschreibungen dauern in diesen Fällen im Schnitt 40 Tage, bei einer Depression sogar 58 Tage. Depressionen sind dem Report zufolge die „Nummer eins“ unter den psychischen Erkrankungen.

Jede*r fünfte bekommt eine Depression

Eine 2012 durchgeführte Studie (IDEA; Impact of Depression in the Workplace in Europe Audit) ergab, dass jede*r zehnte Mitarbeiter*in in Europa bereits wegen Depressionen nicht zur Arbeit gegangen ist. Jede*r Fünfte berichtete, im Laufe seines*ihres Lebens schon einmal die ärztliche Diagnose „Depression“ bekommen zu haben. Dabei wurde insgesamt keine signifikante Zunahme bei den psychischen Störungen verzeichnet. Möglicherweise sprechen die Menschen offener über ihre Erkrankung.

Besonders bei der Rückkehr zum Arbeitsplatz kann Offenheit ein Vorteil sein. So kann der*die Arbeitgeber*in zum Beispiel für ein besseres Arbeitsklima sorgen oder ein Herunterschrauben der Wochenstunden ermöglichen. Dass viele sich nicht trauen ihrem*r Chef*in von der Depression zu erzählen, ist jedoch verständlich: Noch immer werden psychische Erkrankungen stigmatisiert. Aus Sicht der Arbeitgeber*innen gehen Depressionen häufig mit einer eingeschränkten Produktivität und Leistungsfähigkeit, einem verminderten Durchhaltevermögen und den erwähnten Fehlzeiten einher. Daraus resultieren beachtliche wirtschaftliche Kosten.

Prävention am Arbeitsplatz

Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen den Wiedereingliederungsprozess angenehm gestalten und sich vor allem um präventive Maßnahmen bemühen. Schließlich spielen bei der Entwicklung einer Depression nicht nur neurobiologische Faktoren ein Rolle. Ganz entscheidend sind auch psychosoziale Ursachen. Stress auf der Arbeit kann in dieser Formel als Zusatzbelastung zum Auslöser der Depression werden.

Jede*r Arbeitnehmer*in kann eigene Vorkehrungen treffen, um sich vor einer Erkrankung zu schützen. Pausen und Arbeitszeiten sollten eingehalten, Überstunden vermieden werden. Wichtig ist, dass man auch mal Nein sagen kann und Aufgaben delegiert. Abseits des Büros sorgen Hobbies, Sport sowie Zeit mit Freund*innen und Familie für einen positiven Ausgleich. Beim ersten Anzeichen depressiver Symptome sollte Hilfe aufgesucht werden, damit sich keine schwerwiegende Episode entwickelt.

Selfapys Online-Kurs gegen Depressionen ist kostenfrei auf Rezept erhältlich! Er stellt eine leicht zugängliche, anonyme und flexible Möglichkeit dar, professionelle Hilfe zu erhalten. Unsere Psycholog*innen stehen Arbeitgeber*innen und -nehmer*innen in einem kostenlosen Infogespräch zur Verfügung.

Quellenangaben

  1. Kliner, K., Rennert, D., Richter, M. (Hrsg.) (2015): Gesundheit in Regionen: Blickpunkt Psyche, BKK Gesundheitsaltas 2015, online verfügbar unter https://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/Artikelsystem/Publikationen/2019/BKK_Gesundheitsatlas_2015.pdf
  2. HR Leadership Forum to Target Depression in the Workplace (2012): Depression in the Workplace in Europe: A report featuring new insights from business leaders, Final Report, online verfügbar unter https://targetdepression.com/wp-content/uploads/2014/04/TARGET_Report_Final.pdf
  3. Berger, M., Gravert, C., Schneller, C., Maier, W. (2013). Prävention und Behandlung psychischer Störungen am Arbeitsplatz. Nervenarzt 84S. 1291–1298

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