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Was passiert wenn wir träumen?

10 Sep 2020 · 3 min lesezeit
von Felicitas Eva Lindner

Träume können sich schön anfühlen, sodass man traurig ist, wenn man aufwacht. Manchmal können sie dann aber  auch so schlimm sein, dass man schweißgebadet hochschreckt und froh ist, dem Albtraum entkommen zu sein. Es ist jedoch ganz unterschiedlich, wer oder wann man sich an dieses subjektive Erleben während des Schlafes erinnern kann. Doch was passiert eigentlich, wenn wir träumen?

Was sind Träume

In der Schlafforschung gibt es viele unterschiedliche Theorien darüber, wie Träume entstehen. Eine Theorie, die heute jedoch als überholt gilt, sagte aus, das Träume häufig in der sogenannten REM-Phase entstehen. REM steht für Rapid Eye Movement, in dieser Schlafphase sind Körper und Geist aktiver, als in den restlichen Schlafphasen. Diese Aktivität sei laut dieser Theorie auch verantwortlich für das Träumen. Heute wissen wir jedoch, dass Träume in jeder Phase des Schlafes stattfinden können, am intensivsten sind sie aber meist in den REM-Phasen. In diesen werden sie auch am besten erinnert. Doch auch wenn wir uns nicht immer daran erinnern können, wir träumen jede Nacht. Untersucht man das Gehirn schlafender Menschen mit bildgebenden Verfahren so sieht man, dass in der REM-Phase,  in der das Träumen oft  am intensivsten erlebt wird,  eine höhere Aktivität des limbischen Systems erkennbar ist , als im Wachzustand. Das limbische System wird insbesondere mit der Verarbeitung von Emotionen in Verbindung gesetzt. 

Warum träumen wir?

Auch darüber, warum Träume entstehen gibt es in der Wissenschaft verschiedenste Theorien. Eine der verbreitetsten Theorien geht davon aus, dass wir im Traum die Erlebnisse des Tages verarbeiten. Zu dieser Theorie passt auch die erhöhte Aktivität des limbischen Systems. Außerdem wird davon ausgegangen, dass das Träumen dem Problemlösen dienen soll. Das bedeutet, es werden nicht nur Erlebnisse und Emotionen im Traum verarbeitet, sondern auch mögliche Lösungen für schwierige Situationen durchgespielt. Forschungsarbeiten der letzten Jahre zeigen zudem, dass während des Schlafes Gedächtniskonsolidierungsprozesse stattfinden. Beim Träumen verfestigt sich also das Gelernte des Tages. 

Kann man Träume steuern?

Grundsätzlich kann man Träume nicht willentlich beeinflussen. Es gibt jedoch Menschen, die fähig sind, “klar” zu träumen. Diese Art zu träumen nennt man luzides Träumen und das kann man lernen. Klar träumen bedeutet, dass einem während des Träumens bewusst ist, dass man träumt Luzides Träumen ist tatsächlich gar nicht so selten. Rund die Hälfte aller Erwachsenen berichtet davon, schon einmal einen luziden Traum gehabt zu haben.

Es gibt bestimmte Techniken, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von luziden Träumen erhöhen können. Beispielsweise kann man während des Tages immer wieder Realitätschecks machen, indem man sich Fragen stellt wie “Wie viele Finger habe ich?”, “Wie atme ich”. Praktiziert man diese Checks regelmäßig, werden sie automatisiert und können auch im Schlaf angewendet werden. Unnatürlichkeiten fallen dann auf und ermöglichen das Bewusstsein darüber, sich im Traumzustand zu befinden. Auch das Führen eines Traumtagebuchs kann für das luzide Träumen hilfreich sein. Idealerweise schreibt man hierfür direkt nach dem Wachwerden seine Erinnerungen an den Traum auf. So bekommt man auch einen guten Überblick darüber, mit welchen Themen man sich im Traum auseinandergesetzt hat.

Bewusster Umgang mit Träumen

Zum Einen können wir unsere Träume durch luzides Träumen ein wenig beeinflussen, zum anderen aber auch durch unseren Lebensstil. So können zum Beispiel Stress, Ängste und negative Stimmungen nicht nur zu einem schlechteren Schlaf, sondern auch zu negativen Trauminhalt führen. Der Versuch, Stress zu minimieren kann also bereits die Traumqualität verbessern. Führen negative Träume aber über einen längeren Zeitraum zu schlechtem Schlaf und Belastung, so ist es ratsam sich professionelle Hilfe zu suchen.

Um körperlich und psychisch gesund zu sein, ist ausreichend und erholsamer Schlaf essentiell. Beides, psychische Beeinträchtigungen sowie Schlafstörungen, bedürfen ab einem gewissen Schweregrad professioneller Hilfe. Wenn auch du unter Schlafstörungen leidest, informiere dich in unserem Info-Gespräch über unsere Kursinhalte. Du kannst auch direkt unseren Kurs zu Angst, zu Panik oder zu Depression starten, in dem wir dir Werkzeuge an die Hand geben, mit denen du dein psychisches Wohlbefinden verbessern und somit auch deine Schlafqualität wieder steigern kannst.

Ein Artikel von

Felicitas Eva Lindner Redakteurin · Journalismus (M.A.), Psychologie (B.Sc.)

Quellenangaben

  1. Breus, Michael (2015). Why we dream what we dream. An expert guide to what goes on behind the walls of sleep. Online verfügbar unter https://www.psychologytoday.com/us/blog/sleep-newzzz/201501/why-we-dream-what-we-dream .[09.09.20].
  2. dpa-Newskanal (2019). Das passiert im Gehirn, wenn wir träumen. Online verfügbar unter https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-das-passiert-im-gehirn-waehrend-wir-traeumen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190529-99-426413. [09.09.20].
  3. Krovoza, Alfred & Walde, Christine (2018). Traum und Schlaf: Ein interdisziplinäres Handbuch. J.B. Metzler.
  4. Schredl, Michael (2014). Warum träumen wir? – Das subjektive Erleben während des Schlafes. Online verfügbar unter https://www.academics.de/ratgeber/warum-traeumt-man#:~:text=Die%20bildgebenden%20Studien%20zeigen%2C%20dass,Tr%C3%A4ume%20Emotionen%20unterschiedlicher%20Intensit%C3%A4t%20enthalten.[09.09.20].
  5. sleepfoundation.org (2020). Do dreams affect how well you sleep? Online verfügbar unter https://www.sleepfoundation.org/articles/do-dreams-affect-how-well-you-sleep [09.09.20].

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