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Tiefenpsychologisch fundierte Therapie

26 Aug 2017 · 3 min lesezeit

Die Macht des Unbewussten verstehen lernen

Oftmals kommen in unserem Leben immer wiederkehrende Denkmuster und Verhaltensweisen auf, die wir uns nicht erklären können. Trotzdem bestimmen sie die Art und Weise, wie wir mit Konflikten umgehen. Die in ihrer Wirksamkeit bestätigte tiefenpsychologisch fundierte Therapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden auf verdrängte Erfahrungen zurückzuführen sind, welche wir im Laufe unseres Leben gemacht haben. Meist basieren diese auf kindheitlichen Grundkonflikten. Was wir früh lernen, tragen wir bis ins Erwachsenenalter in uns – auch den Umgang mit Konflikten. Daraus lässt sich ableiten, dass psychisches Leiden oft in der Vergangenheit, sowie in der Tiefe des Unbewussten manifestiert ist. Mithilfe der tiefenpsychologischen Behandlung kann Unbewusstes ins Bewusste kommen, um bestehende innere Konflikte zu bewältigen.

Wo findet die Tiefenpsychologie ihre Anwendung?

Das wissenschaftlich anerkannte Therapieverfahren hat ein breites Spektrum an Anwendungsbereichen. Bei Diagnosen wie beispielsweise Depression, Angststörungen und Traumata erfolgt eine Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkassen. Jedoch entfaltet sie auch ihre Wirksamkeit in der Behandlung von psychosomatischen, neurotischen- und psychotischen Störungen.

Ablauf und Dauer der tiefenpsychologisch fundierten Therapie

Vor allem ist es zunächst wichtig, dass sich Patient und Therapeut über das Behandlungsziel austauschen. An welchem Problem möchte der Patient an erster Stelle arbeiten? Was möchte der Patient erreichen? Was erwartet er von seinem Therapeuten?

Im weiteren Verlauf der Therapie helfen Gespräche mit dem Therapeuten dabei, die tiefliegende Ursache der Konflikte zu finden, welche nicht selten in der Kindheit und somit der Familie liegt. Demnach nimmt die Kindheit oft viel Raum in der Therapie ein. Der Therapeut versucht durch das Geben von Ratschlägen und durch Hilfestellungen bei der Bewertung von Situationen, vorhandene Ressourcen zu erkennen und diese zu mobilisieren. Dadurch gibt es eine Verbesserung der Gegenwartsbewältigung, welches mitunter als zentrales Ziel zu verstehen ist.

In der Regel beträgt die Dauer der tiefenpsychologisch fundierten Therapie 50 bis 100 Stunden. Je nach Bedarf können die 50-minütigen Sitzungen ein- oder zweimal die Woche stattfinden. In Sonderfällen können die Intervalle verlängert werden. Dies muss jedoch schriftlich durch den Therapeuten bei den gesetzlichen Krankenkassen beantragt werden. Neben den ambulanten Einzelsitzungen kommt es durchaus vor, dass die Therapie auch bei stationären Aufenthalten angewendet wird. Nach Beendigung der Einzelstunden ist es zum Teil üblich, noch eine Gruppentherapie anzuschließen, da neben der Möglichkeit, sich mit Betroffenen auszutauschen eine deutliche Beschleunigung der Wahrnehmung gewisser Konflikte zu sehen ist. Bei Klinikaufenthalten kommt es oft vor, dass die Einzel- und Gruppentherapie in Kombination auftritt.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Psychoanalyse und der tiefenpsychologisch fundierten Therapie?

Bei beiden Therapieverfahren handelt es sich um wissenschaftlich anerkannte Therapiemöglichkeiten, welche bei einem gewissen diagnostizierten Krankheitswert von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Doch was unterscheidet sie?

Die Psychoanalyse, welche auf Sigmund Freud zurückzuführen ist, dient zur Erkundung tiefsitzender psychischer Beschwerden. Ziel der Therapie ist eine strukturelle Veränderung durch die Bewusstmachung des Unbewussten, um krankmachende Konflikte, die im Hier und Jetzt bestehen, gänzlich zu lösen. Oft liegt der Patient auf einer Couch und der Therapeut sitzt unmittelbar hinter ihm. Dies muss aber nicht immer der Fall sein. Es ist lediglich wichtig, dass der Therapeut sich nicht im Blickfeld des Patienten befindet, um keinen Einfluss auf die Gedanken des Patienten zu nehmen. Durch das genaue Zuhören der frei assoziierten Gedankengänge gelingt es dem Therapeuten die Kindheits- und Familiengeschichte des Betroffenen mit ihm aufzuarbeiten. Dies bedarf sehr viel Geduld und ist deshalb nicht ohne Grund jene Therapie, welche am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Die Grundbehandlung dauert 160 Stunden, jedoch wird sie meist bis auf 300 Stunden erhöht.

Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist vom Ansatz her ähnlich wie die Psychoanalyse: hier geht es ebenfalls darum, tiefliegende, unbewusste Konflikte ins Bewusstsein zu rufen, jedoch liegt der Fokus auf der Verbesserung der gegenwärtigen Situation, anstatt auf der Aufarbeitung der vergangenen Erfahrungen. Auch bei der Dauer und Frequenz unterscheiden sie sich: Während eine Psychoanalyse bis zu 300 Stunden benötigt, nimmt die tiefenpsychologisch fundierte Therapie maximal 100 Stunden in Anspruch.

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