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Krankheitsbilder Teil 2: Von P Wie Persönlichkeitsstörungen Bis Z Wie Zwänge

07 Oct 2016 · 3 min lesezeit

Es gibt hunderte von psychischen Krankheiten — das zeigt ein Blick in die gängigen Diagnoseklassifikationssysteme, wie dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben ICD-10 oder dem DSM-5 der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft (APA). Wir möchten Dir kurz und knapp einige der am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen vorstellen. Im ersten Teil haben wir bereits fünf Krankheitsbilder betrachtet. Nun schauen wir uns Persönlichkeitsstörungen, die Posttraumatische Belastungsstörung, Schizophrenie, Süchte und Zwänge an.

P wie Persönlichkeitsstörungen

Von einer Persönlichkeitsstörung spricht man, wenn die psychischen Eigenschaften eines Menschen so stark ausgeprägt sind, dass sie ihn im Alltag einschränken. Zu ängstlich, zu misstrauisch, nicht emphatisch genug… So facettenreich, wie menschliche Persönlichkeiten es sind, sind auch die Persönlichkeitsstörungen. Typischerweise werden sie in drei Cluster unterteilt. Cluster A (sonderbar, exzentrisch) beinhaltet die paranoide und schizoide Persönlichkeitsstörung. Im Cluster B (dramatisch, emotional) finden sich unter anderem die Borderline und die dissoziale Persönlichkeitsstörung. Letztere wurde früher auch als Psychopathie bezeichnet. In Cluster C (ängstlich, vermeidend) finden sich beispielsweise die abhängige oder auch die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung. Oftmals gibt es Überschneidungen der verschiedenen Verhaltensmuster.

P wie Posttraumatische Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine Traumafolgestörung und kann Wochen, manchmal auch erst Monate oder Jahre nach einem traumatischen Ereignis auftreten. Dieses kann einmalig, umgrenzt (man spricht von Typ I Trauma) oder chronisch, sich wiederholend (Typ II Trauma) aufgetreten sein. Der Betroffene kann den traumatischen Stress als Opfer oder als Zeuge erleben. Angst, Panik und Entsetzen kennzeichnen die unmittelbare Reaktion auf das Ereignis. Zu den später auftretenden Symptomen der PTBS zählen sich aufdrängende Erinnerungen, Flashbacks (Nachhallerinnerungen), Alpträume, Anspannung, Schreckhaftigkeit, Vermeidungsverhalten bis hin zum völligen sozialen Rückzug. Der Betroffene kann sich emotional taub fühlen, manchmal auch labil und gereizt. Wutausbrüche und dissoziative Zustände sowie Scham- oder Schuldgefühle kommen hinzu. Auch Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen können die Folge von einem traumatischen Stresserlebnis sein.

S wie Schizophrenie

Kaum eine psychische Erkrankung wird so häufig missverstanden und ist so negativ behaftet, wie die Schizophrenie. Der Name bedeutet zwar wörtlich Spaltungsirresein, hat aber nichts mit einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun. Betroffene haben Störungen im Denken, der Wahrnehmung (z.B. Halluzinationen), der Ich-Funktion, der Affektivität sowie des Antriebs und der Psychomotorik (der Verknüpfung zwischen psychischen Vorgängen, wie z.B. Konzentration oder Emotionalität, und den Bewegungen eines Menschen). Schizophrenie kann einmalig auftreten oder chronisch verlaufen und das Alltagsleben erheblich beeinträchtigen. Auf ein lang andauerndes Vorstadium folgt die akute Erkrankungsphase. Sie kann Tage bis hin zu Wochen dauern und wird von einer Stabilisierungs- und Rückbildungsphase abgelöst. In Deutschland ist etwa ein Prozent der Bevölkerung von Schizophrenie betroffen.

S wie Süchte

Wenn ein Mensch ein bestimmtes Verhalten nicht kontrollieren bzw. unterdrücken kann oder nicht auf eine Substanz verzichten kann, liegt eine Sucht oder Abhängigkeit vor. Süchte gehören zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen, dabei werden sie oft gar nicht oder erst sehr spät als solche erkannt. Alkohol- und Tabakkonsum, Drogen-, Tabletten- und Spielsucht sind die die wohl bekanntesten Formen. Neben der psychischen Abhängigkeit, die auf eine veränderte Hirnfunktion zurückzuführen ist, kann eine körperliche Abhängigkeit dazukommen. Kommt der Betroffene nicht an sein Suchtmittel, treten Entzugserscheinungen wie Angst und Unruhe auf. Auch wenn der Betroffene Probleme im familiären und sozialen Umfeld bekommt, Geldschulden anhäuft oder seinen Arbeitsplatz verliert, kann er nicht auf sein Suchtmittel verzichten. Oft fehlt auch die Einsicht, eine Krankheit zu haben.

Z wie Zwänge

Sich die Hände zu waschen und zu prüfen, ob man die Haustür auch wirklich abgeschlossen hat, ist völlig normal. Verbringt man jedoch übermäßig viel Zeit damit, kehrt z.B. immer wieder von der Straße zurück zur Wohnung, um nochmals zu checken, dass die Tür zu ist, unterliegt man höchstwahrscheinlich einem Zwang. Zwangsstörungen sind durch Zwangsgedanken und/oder Zwangshandeln gekennzeichnet. Unter Zwangsgedanken versteht man aufdringliche Gedanken und Ideen, Bilder oder auch Impulse. Als sinnlos oder übertrieben empfundene Handlungen, zu denen sich der Betroffene gedrängt fühlt, werden als Zwangshandlungen eingestuft. Auch wenn dem Betroffenen bewusst ist, dass sein Denken und Handeln unsinnig sind, kann er sich oft erst nach stundenlanger Ausführung des Zwangs davon befreien. Privat- und Berufsleben sind folglich stark beeinträchtigt. Zwanghafte Handlungen oder Gedanken können zum sozialen Rückzug und zu Depressionen führen.

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