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Selfapy auf Rezept - durch das neue DVG

01 Dec 2020 · 2 min lesezeit
von Felicitas Eva Lindner

In Deutschland leiden rund 20 Millionen Menschen unter einer psychischen Erkrankung. Nur ein Bruchteil von ihnen bekommt die Hilfe, die benötigt wird und viele erst viel zu spät. Im Durchschnitt warten Betroffene drei Monate auf einen geeigneten Psychotherapieplatz. Selfapy will dieser Versorgungslücke entgegenwirken und bietet als App auf Rezept psychologische Unterstützung durch Online-Kurse an.

Was ist Selfapy?

Selfapy bietet dir psychologische Unterstützung und ist auf deinem Weg zu einem besseren Wohlbefinden für dich da. Unsere 12-Wochen-Kurse basieren auf den Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie und wurden von Psycholog*innen entwickelt. Unser Ziel ist es, dich im Umgang mit deiner psychischen Belastung zu unterstützen und deine Lebenszufriedenheit nachhaltig zu erhöhen. Bei Fragen zum Kurs steht dir dein*e persönlich*e Psycholog*in zur Verfügung.

Wie lasse ich mir Selfapy verordnen?

Seit dem letzten Jahr gibt es ein neues Gesetz in Deutschland, das Digitale-Versorgung-Gesetz. Dieses Gesetz macht es möglich, dass digitale Gesundheitsanwendungen wie Selfapy von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen per Rezept verschrieben werden können. So wird psychologische Unterstützung für alle schnell und flexibel möglich und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Viele Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen wissen vielleicht noch gar nicht von der Möglichkeit, Apps auf Rezept verschreiben zu können. Es ist daher wichtig, dass du sie darauf hinweist, dass du das möchtest.

Lass dir ein Rezept ausstellen

Wenn du merkst, dass du mit deiner psychischen Belastung alleine nicht mehr zurecht kommst und das Angebot von Selfapy gerne wahrnehmen möchtest, ist das bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung. Oft scheitert die Behandlung bereits daran, dass Betroffene sich ihre Situation nicht eingestehen können oder wollen. Der Grund dafür ist häufig die Angst vor Stigma, Unverständnis und Ablehnung.

Um dir Selfapy verordnen lassen zu können, gehst du am besten zunächst zu deine*r Ärzt*in oder deine*m Psychotherapeuten*Psychotherapeutin. Dort schilderst du deine Symptome, vielleicht kennt dein*e Ärzt*in dich ja auch schon. Gemeinsam könnt ihr dann die Diagnose und die weiteren Schritte besprechen. Um ein Rezept für einen Kurs von Selfapy zu bekommen, machst du dein*e Ärzt*in dann auf diese Möglichkeit aufmerksam. Um dir deinen Kurs verordnen zu können, braucht dein*e Psychotherapeut*in die zu den Kursen passenden IDC-Codes und die PZN. Alle diese Informationen sind für Ärzt*innen unter https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis einsehbar. Unter www.selfapy.com/de/aufrezept findest du hierzu außerdem ein Merkblatt, das du zu deinem Arztbesuch mitnehmen kannst.

Reiche das Rezept bei der Krankenkasse ein

Nachdem du ein Rezept bekommen hast, musst du dieses bei deiner Krankenkasse einreichen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Das geht via Krankenkassen-App, Service-Center, Post oder Telefon. In der Regel solltest du das über den Weg machen, über den du das Rezept auch erhalten hast. Im Anschluss erhältst du einen individuellen Code von deiner Krankenkasse, den du für die Anmeldung auf unserer Website brauchst.

Starte deinen Kurs

Unter www.selfapy.com kannst du dich anschließend mit dem Freischaltcode, den du von deiner Krankenkasse bekommen hast, anmelden und du kannst sofort mit deinem kostenfreien Online-Kurs loslegen. Derzeit kannst du dir unseren Kurs bei Depression per Rezept verordnen lassen.

Ein Artikel von

Felicitas Eva Lindner Redakteurin · Journalismus (M.A.), Psychologie (B.Sc.)

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