Zurück
Depression

Rückfallprophylaxe: Nie wieder depressiv?

09 Aug 2017 · 1 min lesezeit

Nach einer überstandenen Depression wünschen sich wohl alle Betroffenen nur eins: Nie wieder depressiv werden. Leider handelt es sich bei der Depression um eine Erkrankung, die mehrmals im Leben auftreten kann; man spricht dann auch von einer rezidivierenden Depression.

Rund 70% der Betroffenen erleiden nach einer überstandenen depressiven Episode mindestens einen Rückfall. Meist geschieht dies bereits in den ersten sechs Monaten nach Abschluss der Behandlung. Durch Rückfallprophylaxe kannst du dieses Risiko erheblich senken.

Rückfallrisiko senken

Dazu gehört zum einen, dass Behandlungen nicht frühzeitig abgebrochen werden, nur weil eine Symptomlinderung eingetroffen ist. Gerade Psychotherapien können äußerst hilfreich sein, wenn sie auch über die Akutphase hinaus weiterlaufen. Medikamente solltest du erst nach Rücksprache mit deiner*m Ärzt*in oder Psychiater*in absetzen.

Zum anderen gibt es Möglichkeiten, wie du selbst ganz aktiv einem Rückfall vorbeugen kannst. Die drei Stichwörter heißen hier Bewegung, Ernährung und Schlaf. Aktivitäten wie Joggen, Walking und Radfahren (oder jede anderen Sportart, die dir Spaß macht) sowie eine ausgewogene Ernährung halten dich körperlich und psychisch fit. Sie tragen auch maßgeblich dazu bei, dass du gut schlafen kannst. Wenn du dennoch ständig von Müdigkeit geplagt wirst oder Schlafstörungen hast, kann es hilfreich sein ein Schlaftagebuch zu führen.

Frühwarnzeichen erkennen und gegensteuern

Rückfallprophylaxe bedeutet auch, dass du die Frühwarnzeichen einer depressiven Episode erkennst. Diese Anzeichen sind für jeden Menschen individuell. Es kann nützlich sein, wenn du dir eine Liste mit den Symptomen machst, die zu Beginn deiner ersten Depression auftraten. Denke jedoch daran, dass ein Rückfall sich durchaus mit ganz neuen Symptomen ankündigen kann.

Typische Frühwarnzeichen sind Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Schwierigkeiten morgens aufzustehen, Desinteresse und sozialer Rückzug, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme und Verspannungen, sowie viele weitere Symptome.

Überlege dir am besten schon während einer nicht-depressiven Phase, wie du auf mögliche Frühwarnzeichen reagieren kannst, wem du dich bei einem möglichen Rückfall anvertrauen möchtest und welche*n Ärzt*in, Psycholog*in oder Therapeut*in du aufsuchen kannst. Denke jedoch auch daran, dass du trotz vorliegender Symptome nicht zwangsläufig auf eine depressive Episode zusteuerst.

Quellenangaben

Ähnliche Artikel

Depression

A day in the life: Vom Leben mit Depressionen

08 Nov 2017 · 2 Min. Lesezeit

Als ich noch arbeiten ging, gab es einen Grund morgens aufzustehen, auch wenn die morgendliche Routine eine Qual war. Irgendwann habe ich es nicht mehr …

Depression

Mein*e Kolleg*in ist depressiv – was kann ich tun?

18 Apr 2017 · 1 Min. Lesezeit

Obwohl in Deutschland rund vier Millionen Menschen an einer Depression leiden, handelt es sich noch immer um ein Tabuthema. - Besonders in der Arbeitswelt.

Depression

Anzeichen, Symptome und Behandlung der Depression

26 Jul 2018 · 3 Min. Lesezeit

Antriebs- und Interessenlosigkeit sowie eine gedrückte bis traurige Stimmung weisen alle Betroffenen auf, somit bilden diese die Hauptsymptome des depressiven …

Depression

Depression: Warum Urlaub sie verschlimmern kann

23 Jul 2020 · 4 Min. Lesezeit

Depressionen gehören in Deutschland zu den häufigsten psychischen Belastungen. Insgesamt erkranken rund 40 Prozent der Deutschen im Laufe ihres Lebens an einer …

Depression

Erfahrungsbericht: Holgers Weg aus der Depression mit Selfapy

13 Mar 2020 · 10 Min. Lesezeit

Holger hat bei Selfapy den 12-Wochen-Kurs bei Depression absolviert. In seinem Erfahrungsbericht beschreibt er, warum er sich Hilfe gesucht hat.

Depression

Depression: Wie Ernährung und Psyche zusammenhängen

07 Aug 2019 · 6 Min. Lesezeit

Ernährung und Psyche sind eng miteinander verbunden. “Du bist, was du isst”. - Lies hier, wie du deine psychische Gesundheit durch deine Ernährung unterstützen …

Depression

Hochfunktionale Depression: Wenn niemand erkennt, dass du krank bist

13 Jul 2020 · 4 Min. Lesezeit

Eine hochfunktionale Depression ist nach außen hin kaum zu erkennen. Betroffene zeigen keinerlei Symptome in der Öffentlichkeit und scheinen ihr Leben im Griff …

Depression

How To: Ich will aktiver sein!

23 Aug 2016 · 2 Min. Lesezeit

Manchmal fühlt sich die Depression wie eine schwere Decke aus Blei an, die sich über dich legt, festhält und keinen Zentimeter Bewegung zulässt.

Depression

Wie Schlafstörungen und Depression zusammenhängen

03 Jul 2019 · 3 Min. Lesezeit

“Ich kann nicht einschlafen”. Diesen Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gesagt, ohne genau zu wissen, welche Folgen Schlafprobleme haben können.

Depression

Kann aus Liebeskummer eine Depression werden?

27 Feb 2017 · 1 Min. Lesezeit

Traurigkeit und gedrückte Stimmung, manchmal auch eine tiefe Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken: Diese Symptome treffen nicht nur auf eine Depression zu.