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Wohlbefinden

Wie gehe ich mit verlust und Trauer um?

23 Mar 2017 · 2 min lesezeit

Unvorhersehbare Trennungen oder der Tod einer geliebten Person stellen extreme psychische Belastungen dar. Wie geht man mit der Trauer um?

Der Verlust löst nicht nur Schmerz aus, sondern kann zu einer tiefen Krise führen. Die Begleiterscheinungen ähneln nicht selten den Symptomen einer Depression: Hoffnungs- und Hilflosigkeit, Grübeln, Appetitverlust, Konzentrations- und Schlafstörungen sind nur einige davon.

Die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast

Die Schweizer Psychologin Verena Kast hat den Trauerprozess in vier Phasen unterteilt. Diese Phasen laufen nacheinander, aber nicht immer strikt getrennt ab. Die erste Phase ist durch die Verleugnung des Verlusts gekennzeichnet. Sie dauert oftmals nur wenige Tage bis Wochen und geht in die zweite Phase über, während der viele verschiedene Emotionen hochkommen: Trauer, Wut und Zorn, Angst, evtl. sogar Freude. Werden diese Gefühle zugelassen und ausgelebt, kann die dritte Phase erreicht werden.

Die dritte Phase wird von Kast als Phase des Suchens, des Findens und des Sich-Trennens beschrieben. Die verlorene Person wird im wahren Leben sowie in der Fantasie gesucht. Dies kann unbewusst oder bewusst geschehen. Ungelöste Konflikte können bearbeitet werden und der verlorene Mensch wird zu einem inneren Begleiter. Die vierte Trauerphase ist durch Akzeptanz des Verlusts gekennzeichnet. Die trauernde Person stellt nun einen neuen Selbst- und Weltbezug her.

Yorick Spiegels Phasen der Trauer

Auch der systematische Theologe Yorick Spiegel beschrieb vier Phasen der Trauer, die von Kasts Phasen teilweise abweichen. Auf die anfängliche Schockphase, während der der Verlust nicht akzeptiert wird und keine oder wenige Emotionen gezeigt werden, folgt die Kontrollierte Phase. In dieser lenkt sich die trauernde Person von ihren eigenen Gefühlen ab, zum Beispiel mit der Vorbereitung der Beerdigung.

Im dritten Schritt, der Phase der Regression, wird das Geschehene meist alleine verarbeiten. Zunächst werden negative Erinnerungen der verlorenen Person ausgeblendet, was die Trauer verschlimmern kann. Schließlich werden auch die negative Erinnerungen zugelassen. Es folgt die Phase der Anpassung, während der die trauernde Person sich wieder ihrer Umwelt zuwendet.

Trauerarbeit: Aktiv mit dem Verlust fertig werden

Spricht man vom Trauerprozess, fällt oft der Begriff Trauerarbeit, der sehr genau beschreibt, dass es sich tatsächlich um Arbeit handelt, die aktiv vom Trauernden bewältigt werden muss. So kann der Prozess abgeschlossen werden. Dazu gehören unter anderem die Anerkennung der Realität, das Zulassen von Emotionen, eine Bewertung des Verlusts und schließlich eine Neuorientierung.

Wie bereits erwähnt, laufen die vier Phasen nicht immer getrennt voneinander ab. Auch kann es zu “Rückfällen” kommen. Der Trauerprozess ist individuell und sieht bei jedem Menschen anders aus. Es gibt kein Patent für die richtige Trauerbewältigung.

Hilfe suchen Und annehmen

Viele Trauernde empfinden es als hilfreich, ihre Gefühle in einem Tagebuch, in Gedichten oder in Bildern zu verarbeiten. Der Freundeskreis und Selbsthilfegruppe stellen wichtige Möglichkeiten dar, über das Erlebte zu sprechen. Ähnlich wie bei einer Depression, kann es für eine trauernde Person hilfreich sein aktiv zu bleiben, sich zu verwöhnen und auch die Fürsorge anderer zuzulassen.

Es kann hilfreich sein, an Dinge zu denken, für die man trotz des erlebten Verlustes dankbar ist, oder sich an bereits überstandene Krisen zurückzuerinnern. Was hat damals bei der Bewältigung geholfen? Scheint der Schmerz zu stark und wird dringend Hilfe benötigt, können sich Trauernde auch an die Telefonseelsorge wenden (in Deutschland kostenlos unter der Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen).

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