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Stigma psychisch krank: Wir müssen reden!

29 Feb 2016 · 3 min lesezeit

Wir können es rund um den Globus beobachten: Die Sicht auf seelische Erkrankungen beginnt sich zu verändern. Von Freunden und Bekannten hört man immer häufiger wie sie offen von der Psychotherapie erzählen, die Kollegen vom Burnout — inzwischen scheint das Normalität. Wieso auch nicht? Jeder von uns ist mindestens einmal in seinem Lebens direkt oder indirekt über Verwandte und Freunde mit einer psychischen Erkrankung, wie der Depression oder Angststörung, konfrontiert.

Psychische Erkrankungen sind also salonfähig?

Nein. Hören wir von jungen Mädchen, die unter Essstörungen leiden, ist meist einer der ersten Gedanken: „Danke, Germany’s Next Topmodel. Noch ein Mädchen, das den Magermodels nacheifert”. Bei depressiven Menschen stellen wir schnell die Vermutung an, dass das „depressiv sein” von zu wenig Willenskraft und Faulheit zeugt. Urteile oder Gründe, warum das so ist, finden wir schnell. Was aber nun wahre Ursache der Krankheitsentstehung ist oder welche Folgen diese diskriminierenden Reaktionen für seelisch erkrankte Menschen und deren Angehörige haben, darüber sind wir uns oftmals nicht bewusst.

Die Stigmatisierung erfüllt für Menschen folgende Zwecke:

  • Vereinfachung des Denkens (erspart differenziertes Denken)
  • Identitätsfindung (Schubladen-Denken, da somit eine klare Gruppeneinteilung der „Normalen“ und „Abnormalen“ erfolgen kann)

Stigmatisierung bezeichnet einen Prozess, bei dem verschiedene äußere Merkmale von Personen und auch Gruppen (beispielsweise Religion, Rasse, Behinderung etc.) mit negativen Vorurteilen belegt sind und Betroffene schnell als “die Depressiven” oder “die Verrückten” bezeichnet werden. Stigmatisierte Personen werden so hauptsächlich über diese negativen Merkmale wahrgenommen.

Stigma als Folge von Unwissen und Desinteresse

Viele, die an einer Angststörung, Depression oder Essstörung leiden, werden von der Außenwelt falsch verstanden. Umgangssprachlich sprechen wir schon von einer Depression, wenn lediglich die Stimmung etwas gedrückt ist. Was viele aber nicht wissen ist, dass eine depressive Erkrankung nicht entsteht, weil die Stimmung etwas gedrückt oder man gerade traurig ist, sondern es müssen weitere Symptome hinzukommen.

Wie kann das Internet helfen?

Ein großes Geschenk des digitalen Zeitalters ist Scham, Verurteilung und Isolation per Mausklick den Kampf anzusagen. Wir können uns mit Menschen aus der ganzen Welt verbinden, unsere Ideen und Ansichten teilen und auf Themen aufmerksam machen, die uns am Herzen liegen.

Wir wissen, dass persönliche Einstellungen tief verwurzelt sind und sich nicht rasant oder drastisch durch einfach Berichte verändern lassen. Auch ist uns bewusst, dass wir heute viel mehr über psychische Erkrankungen wissen als noch vor wenigen Jahren. Aber dennoch hat sich die Haltung vieler Menschen nicht zum Positiven verändert.

#Tschüssdepression

Unter #tschüssdepression wollen wir Bewusstsein für das Thema schaffen und es aus der Dunkelheit ans Licht bringen. Wir wollen beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn die Seele leidet und was Stigmatisierung anrichten kann. Zum anderen geben wir psychisch kranken Menschen einen Platz , um über persönliche Kämpfe zu sprechen, sich selbst zu akzeptieren und auszutauschen.

Innovation und offene Menschen haben die Kraft einen kulturellen Wandel zu starten. In unserem Depression-Selbsthilfekurs wurden wir in unserem offenen Umgang mit diesem sensiblen Thema bestärkt:

„Offen über alles zu sprechen hat sich richtig gut angefühlt. Ich bin nicht allein mit dem Scheiß … ich will kein Außenseiter sein, nur weil meine Krankheit nicht als Krankheit akzeptiert wird.” (Kursteilnehmerin Elena)

In einer noch nicht publizierten Online-Studie konnte gezeigt werden, dass Menschen offener gegenüber psychisch Erkrankten sind, wenn sie ausreichend Informationen zum Störungsbild erhalten. Denn die Menschen sehen psychische Störungen dann als etwas Normaleres an.

Psychische Gesundheit geht uns alle etwas an! Deswegen hat Selfapy es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit psychischen Belastungen eine schnelle und wirksame Hilfe anzubieten. Hierfür bietet Selfapy ein von Psychologen entwickeltes Online Programm zu verschiedenen Störungsbildern. Die Kosten für das Online Programm von Selfapy werden von manchen Krankenkassen teilweise oder komplett erstattet.

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