Zurück
Depression

Anzeichen, Symptome und Behandlung der Depression

26 Jul 2018 · 3 min lesezeit

Anzeichen Der Depression

Die Depression ist wohl die meist bekannte psychische Störung. Wir neigen dazu schnell zu sagen, dass wir uns depressiv fühlen, wenn wir mal einen schlechten Tag haben. Da die Depression mit einem starken, unaufhörlichen Gefühl der Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit einher geht, ist das Störungsbild eine sehr ernstzunehmende Krankheit. Dabei ist es jedoch wichtig die Trauer, Leere und Hoffnungslosigkeit nicht mit der gleichzusetzen, die wir fühlen, wenn wir beispielsweise einen nahestehenden Menschen verloren haben.

Eine Depression kann in ihrer Ausprägung, in der Länge der Episoden sowie in der Häufigkeit ihres Vorkommens variieren.

Symptome der Depression

Antriebs- und Interesselosigkeit sowie eine gedrückte bis traurige Stimmung weisen alle Betroffenen auf, somit bilden diese die Hauptsymptome des depressiven Störungsbildes. Zudem gehen Appetit- und Schlaflosigkeit mit der Depression einher, weshalb sie auch die „Losigkeit-Krankheit“ genannt wird. Betroffene klagen oftmals über eine mangelnde Aufmerksamkeit sowie Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Sie leiden zudem unter starken Schuldgefühlen und wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Die kann ein Gefühl von Wertlosigkeit erzeugen. Durch das permanente Vorhandensein von negativen Gefühlen sind Betroffene meist sehr pessimistisch ihrem Leben gegenüber. Dies kann bis hin zu Suizidgedanken- und handlungen reichen.

Je nach Anzahl und Intensität der auftretenden Symptome wird zwischen einer leichten-, mittelgradigen oder schweren Depression unterschieden. Letztere ist auch als Majore Depression (engl: major depression, kurz: MD) bekannt. Sind zwei bis drei der oben genannten Symptome vorhanden, kann von einer leichten Depression ausgegangen werden. Eine mittelgradige Depression wird bei dem Vorhandensein von mindestens vier Symptomen diagnostiziert. Die Major Depression oder schwere depressive Erkrankung ist von auftretenden Suizidgedanken und im schlimmsten Fall -handlung geprägt. Zudem kommen starke Veränderungen und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates hinzu. Die schwere Depression tritt oft zusammen mit Symptomen einer Angststörung auf.

Unabhängig vom Schweregrad zählt die Depression zu den psychischen Störungen, welche weltweit am häufigsten vorkommt. Fast jeder Fünfte leidet mindestens einmal im Leben an einer depressiven Episode, die Tendenz ist steigend.

Postnatale Depression

Neben den Hauptformen gibt es Untergruppen wie die postnatale bzw. postpartale Depression. Diese ist im Volksmund auch als Wochenbettdepression bekannt. Kennzeichnend für das Störungsbild sind Gefühle von Leere und Freudlosigkeit sowie Tötungsgedanken dem Kind oder Familienangehörigen gegenüber. Die postnatale Depression entsteht in der Regel wenige Wochen nach der Geburt, in manchen Fällen auch in den ersten 2 Jahren nach der Entbindung. Ursache sind neben seelischen Beschwerden die erhebliche hormonelle Umstellung sowie der Schlafmangel aufgrund des aus dem Gleichgewicht geratenen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Forschung der Effektivität verschiedener Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen ist sehr fortgeschritten. Die Wirksamkeit der in Deutschland anerkannten psychotherapeutischen Verfahren zur Behandlung depressiver Erkrankungen ist belegt, daher werden diese Therapien in der Regel bei erfolgreicher Antragstellung von den Krankenkassen übernommen.

In vielen Fällen reichen wenige Sitzungen der kognitiven Verhaltenstherapie, um eine Symptomlinderung zu erzielen. Dabei wird an den zugrunde liegenden negativen Gedanken gearbeitet, um ein besseres Selbstbild herzustellen. Jedoch ist es höchst individuell welches therapeutisches Verfahren als hilfreich empfunden wird. Es ist daher ratsam, verschiedene Verfahren auszuprobieren.

Achtsamkeitsübungen sind oftmals vielversprechend: Betroffene lernen ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen und sich Zeit für Entspannung einzuräumen. Dadurch übt man den wertschätzenden Umgang mit sich selbst, um Selbstvorwürfe und die damit verbundenen negativen Gedanken abzubauen. Um die von Verhaltenstherapeuten genannte „erlernte Hoffnungslosigkeit“ abzubauen, die viele Betroffene verspüren, ist Bestandteil der Therapie ein positiver Perspektivwechsel. Es wird sich auf das Hier und Jetzt fokussiert.

Zudem kann Sporttreiben äußert hilfreich sein. Bei sportlicher Aktivität nimmt man seinen Körper intensiv wahr und fühlt sich der Belastung freier und ausgeglichener. Rund ein Drittel der Behandelten erfahren nach einer kognitiven Verhaltenstherapie erneut depressive Phasen. Besonders in der Ruckfallprävention kann Sport sehr effektiv sein.

Von einer rein medikamentösen Behandlung ist bei einer leichten bis mittelgradigen Depression abzuraten, da die Rückfallquote bei 60 Prozent liegt. Im Falle einer schweren Depression ist wiederum eine zusätzliche medikamentöse Behandlung ratsam. Oftmals können sich Betroffene auch erst auf eine Psychotherapie einlassen und konzentrieren, wenn die schwersten Symptome der Depression milder sind.

Lerne mit Selfapy Deine Gedanken und Gefühle zu verstehen und wieder mit etwas mehr Leichtigkeit durch Dein Leben zu gehen. Starte noch heute mit Deinem personalisierten Online Kurs gegen Depressionen.

Ähnliche Artikel

Depression

A day in the life: Vom Leben mit Depressionen

08 Nov 2017 · 2 Min. Lesezeit

Als ich noch arbeiten ging, gab es einen Grund morgens aufzustehen, auch wenn die morgendliche Routine eine Qual war. Irgendwann habe ich es nicht mehr …

Depression

Mein Kollege ist depressiv – was kann ich tun?

18 Apr 2017 · 2 Min. Lesezeit

Obwohl in Deutschland rund vier Millionen Menschen an einer Depression leiden, handelt es sich noch immer um ein Tabuthema. - Besonders in der Arbeitswelt.

Depression

Depression: Warum Urlaub sie verschlimmern kann

23 Jul 2020 · 4 Min. Lesezeit

Depressionen gehören in Deutschland zu den häufigsten psychischen Belastungen. Insgesamt erkranken rund 40 Prozent der Deutschen im Laufe ihres Lebens an einer …

Depression

Erfahrungsbericht: Holgers Weg aus der Depression mit Selfapy

13 Mar 2020 · 11 Min. Lesezeit

Holger hat bei Selfapy das dreimonatige Online-Programm gegen Depressionen absolviert. In seinem Erfahrungsbericht beschreibt er, warum er sich Hilfe gesucht …

Depression

Ernährung bei Depression – wie Ernährung und Psyche zusammenhängen.

07 Aug 2019 · 6 Min. Lesezeit

Ernährung und Psyche sind viel enger miteinander verbunden als bisher angenommen. “Du bist, was du isst”.

Depression

Hochfunktionale Depression: Wenn niemand erkennt, dass du krank bist

13 Jul 2020 · 4 Min. Lesezeit

Eine hochfunktionale Depression ist nach außen hin kaum zu erkennen. Betroffene zeigen keinerlei Symptome in der Öffentlichkeit und scheinen ihr Leben im Griff …

Depression

How To: Ich will aktiver sein!

23 Aug 2016 · 2 Min. Lesezeit

Manchmal fühlt sich die Depression wie eine schwere Decke aus Blei an, die sich über Dich legt, festhält und keinen Zentimeter Bewegung zulässt.

Depression

Ich kann nicht einschlafen: Wie Schlafstörungen und Depression zusammenhängen & was Du für besseren Schlaf tun kannst.

03 Jul 2019 · 3 Min. Lesezeit

“Ich kann nicht einschlafen”. Diesen Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gesagt, ohne genau zu wissen, welche Folgen Schlafprobleme haben können.

Depression

Kann aus Liebeskummer eine Depression werden?

27 Feb 2017 · 1 Min. Lesezeit

Beispielsweise Traurigkeit und eine gedrückte Stimmung und manchmal eine tiefe Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken: Diese Symptome treffen nicht nur auf …

Depression

Mein Partner ist depressiv – Was kann ich tun?

15 Apr 2020 · 8 Min. Lesezeit

Ein depressiver Partner, der mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, ist nicht immer leicht zu unterstützen und zu lieben.