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Angst und Panik

Angst und Panik: Ursachen, Symptome und Therapie

26 Jan 2018 · 4 min lesezeit

Das Gefühl von Angst kennt jeder. Es ist normal, dass Du Dich in bestimmten Situationen fürchtest. Ein wenig Angst und Nervosität können in bestimmten Momenten, zum Beispiel vor einem bedeutsamen Ereignis oder einem Vortrag, dafür sorgen, dass Du Dich besonders gut vorbereitest. Angst ist eine wichtige Leistung Deines Körpers, um sich an Deine Umwelt und ihre Anforderungen anzupassen.

Übertriebene Angst- oder Panikattacken hingegen schränken das alltägliche Leben ein. Unangemessene Angstzustände, die über einen längeren Zeitraum andauern, können auf eine krankhafte Angststörung hindeuten. Um die Angsterkrankung zu überwinden und die Psyche wieder in Balance zu bringen, ist professionelle Hilfe notwendig.

Angst Ghandi Zitat
Zitat von Mahatma Ghandi

Die Formen der Angststörung

Die Angststörungen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Die Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer Situation bilden eine Gruppe, Angstattacken ohne einen konkreten Auslöser die zweite. In diese zweite Gruppe fällt auch die generalisiert Angststörung.

Angst vor einem Objekt oder einer Situation

In dieser Gruppe der Angststörungen finden sich die Platzangst (Agoraphobie) und die soziale Phobie (Angst vor sozialen Situationen), sowie die spezifischen Phobien. Letztere können zum Beispiel Ängste vor Tieren oder Situationen sein, wie die Arachnophobie (Angst vor Spinnen) oder Amaxophobie (Angst vorm Autofahren). Die auslösenden Objekte oder Situationen rufen extreme Angst und heftige körperliche Reaktionen hervor. Aus diesem Grund versuchen Betroffene sie zu meiden. Der Gedanke an den Auslöser oder die Erwartung der Angst wird zur Belastung. Die Angst vor der Angst hält die Angststörung aufrecht.

Panikstörung und generalisierte Angststörung

In der zweiten Gruppe finden sich die Panikstörungen und die generalisierte Angststörung (GAS). Kennzeichnend für Panikstörungen sind immer wieder auftretende Panikattacken. Die Panikattacken scheinen meist ohne ersichtlichen Grund auszubrechen. Betroffene berichten zum Beispiel nachts Panikattacken zu bekommen. Körperliche Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche und Atemnot begleiten die Angstattacke in vielen Fällen. Die Angst zu sterben ist zudem keine Seltenheit.

Körperliche Symptome einer Panikattacke:

  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Hyperventilation
  • Zittern
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Depersonalisationsgefühle (das Gefühl, neben sich zu stehen)
  • Derealisationsgefühle (das Gefühl, die Umgebung wirke fremd, unreal)

Eine generalisierte Angststörung (GAS) liegt vor, wenn Sorgen, beispielsweise die Zukunft betreffend, unverhältnismäßig lang bestehen. Die Sorgen vor den Sorgen, oder Meta-Sorgen, halten die GAS aufrecht.

Aufgrund der zahlreichen körperlichen Symptome, zählen die Angststörungen im internationalen Klassifikationssystem ICD-10 zur Kategorie der Neurotischen-, Belastungs- und somatoformen Störungen.

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Kreislauf des Angsterlebens

Diagnose einer Angststörung

Um die Diagnose einer Angststörung stellen zu können, schließen Ärzte zunächst körperliche Ursachen für die Symptome aus. Dies erfolgt unter anderem durch Blutuntersuchungen und EKGs. Kriterien, die für eine Angsterkrankung sprechen, sind:

  • die Angst ist unangemessen in der jeweiligen Situation
  • die Angstreaktionen halten länger als nötig an
  • die Angst ist schwer oder gar nicht beeinflussbar
  • erhebliche Einschränkung des Lebens durch die Angst
  • erhebliche Einschränkung im Kontakt zu Fremden durch die Angst
  • eine somatische Komponente kann die Intensität der Angst nicht vollständig erklären

Für die Diagnose werden spezielle Fragebögen zur Fremdbeurteilung oder Selbstbeurteilung eingesetzt. Vor dem Besuch eines Arztes, Psychotherapeuten, Psychiaters oder Psychologen geben auch kostenlose Selbsttests im Internet erste Auskünfte darüber, ob eventuell eine Angsterkrankung vorliegt.

Zeitverlauf Angstreaktion
Grafik zum typischen Zeitverlauf einer Angstreaktion

Wen treffen Angststörungen?

Neben Depressionen gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Jedes Jahr sind in Deutschland rund zehn Millionen Erwachsene von einer behandlungsbedürftigen Angsterkrankung betroffen. Frauen trifft es doppelt so häufig wie Männer. Bei einem Drittel der Patienten liegt eine sogenannte Komorbidität mit der Depression vor, das heißt die Betroffenen leiden unter Ängsten und sind depressiv. Die Dunkelziffer ist weitaus höher, da vor allem Menschen mit einer spezifischen Phobie sich relativ selten in Behandlung begeben.

Unbehandelte Angststörungen können den Alltag stark einschränken, z.B. weil die Betroffenen sich nicht mehr aus dem Haus trauen und ihre sozialen Kontakte nicht pflegen können. Es besteht die Gefahr der sozialen Isolation.

Welche Ursachen haben Angst- Und Panikstörungen?

Es existieren zahlreiche Theorien und Modelle über die Ursachen der Angsterkrankungen. Vermutlich führt das Zusammenspiel verschiedener Faktoren dazu, dass die Angststörung sich entwickelt. Diese Faktoren können psychologischer und biologischer bzw. genetischer Natur sein.

Symptome Angststörung
Grafische Darstellung von Symptomen der Angststörung

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische oder analytische Therapieverfahren. In der Therapie wird der Auslöser der Angst identifiziert. Eine verhaltenstherapeutische Exposition, das heißt Konfrontation mit dem angstauslösenden Stimulus oder der Situation, erfolgt im geschützten Rahmen der Therapie Schritt für Schritt. Hier hilft eine Angsthierarchie, die die Angstreize nach ihrem Schweregrad anordnet.

Bei einer schweren Angststörung mit chronischem Verlauf kombinieren Psychiater und Therapeuten die Psychotherapie häufig mit einer medikamentösen Behandlung. Die Psychopharmaka tragen zur Linderung der Ängste bei und ermöglichen es dem Betroffenen sich besser auf die Therapie zu konzentrieren.

Ängste Im Online Kurs überwinden

Eine weitere Möglichkeit sind Online Kurse und Selbsthilfe. Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre zeigen, dass internetbasierte geleitete Selbsthilfe wirksam in der Behandlung von Angststörungen und Depressionen ist. Geleitet bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Psychologen oder psychologische Coaches den Betroffenen während der Bearbeitung eines Online Kurses in Telefongesprächen und via E-Mail betreuen.


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